Montag, 09.01.2012
Crash oder Korrektur?
Schaut man sich die Charts aber genauer an, liegt der Schluss nahe, dass die derzeitige Abwärtsbewegung nicht zwangsläufig in einen Absturz der Preise führen muss. Die liegen heute noch weit über dem Niveau der letzten Korrektur in den Jahren 2008/2009. Der aktuelle Kursstand entspricht immer noch dem vom April 2010. Ausserdem wurde im vergangenen Jahr der Verlauf des Liv-ex durch den irrealen Hype um den 2008er Château Lafite verzerrt. Seine exorbitanten Preissteigerungen waren ein singuläres Ereignis basierend auf Faktoren, die mit dem Wein und seiner Qualität nichts zu tun hatten, sondern auf dem chinesischen Glauben an die Glückszahl 8. Inzwischen hat sich auch in China herumgesprochen, dass der Jahrgang 2008 allenfalls von mittelmässiger Qualität ist, jedenfalls kein aussergewöhnliches Renommee besitzt. Da aber Prestigedenken eine wesentliche Triebfeder für chinesische Weineinkäufer ist, führte dies jetzt dazu, dass der Preis für Lafite 2008 überproportional nachgab und zwar von 17.000 Euro für die OHK auf 9.800 Euro. Das entspricht einem Rückgang von 45 Prozent. So hat dieser Wein erst den Höhenflug und jetzt den Sinkflug des Liv-ex verstärkt. Man hätte diesen Wein nie in den Index aufnehmen bzw. Ihn rechtzeitig rausnehmen müssen.
Sonntag, 08.01.2012
Auktionssaison startet mit Bordeaux-Highlight
Chinesen kaufen weitere Bordeaux-Châteaux
Scheuermann um 17:05 in Economy | Kommentieren | TrackBack (0) | Artikel versenden
Donnerstag, 03.11.2011
So wirbt Bordeaux für seine Zukunft

Die drei in Bordeaux vorgestellten Motive zeigen beschauliche Stillleben mit Bordeauxflaschen und gefüllten Gläsern in einem konservativ gediegenen Ambiente. Ausser diesen Stillleben inszenierte die schwedischen Fotografin und Künstlerin Denise Grünstein romantische Motive mit Verzehr- und Genussmomenten. Das französische Motto „Bordeaux, des vins, un style“ erscheint in Deutschland als „Bordeaux Wein. Leben mit Stil“.
Zielgruppe sind laut CIVB urbane und genussorientierte Menschen über dreißig – in die heutige Welt der Bordeaux-Weine entführen sollen. Gezeigt wird die französische „l’art de vivre“, die Lebenskunst/der Lebensstil. Wie man mit einer derart langweiligen und antiquierten Kampagne neue und junge Konsumentenschichten für Bordeaux begeistern will, was dringend notwendig wäre, erschliesst sich mir absolut nicht. Die Motive werden in Deutschland vom 31. Oktober 2011 bis zum 15. Januar 2012 über die Mediaagentur HMS VIZEUM geschaltet.und zwar in Frauen- und News-Magazinen sowie in Wein- und Gastronomiemagazinen auf Frauen-, Gastronomie- und Informationswebsites. In Berlin gibt es zusätzlich eine Plakatkampagne.
Scheuermann um 13:47 in Marketing | 5 Kommentare | TrackBack (0) | Artikel versenden
Dienstag, 25.10.2011
Lagerfeld-Label für Rauzan-Ségla
Aus diesem Anlass beauftragte das Pariser Modehaus Chanel, das diesen Deuxième Grand Cru Classé im Herzen von Margaux 1994 erwarb, seinen Chefdesigner Karl Lagerfeld ein spezielles Label für den Millesime des Jahrgangs 2009 zu entwerfen, das heute vorgestellt wurde. Dieses einmalige Design dürfte den Wein, der zur Zeit in der Subskription für knapp !00 Euro gehandelt wird, bis zu seinem offiziellen Erscheinen im Frühjahr 2012 zu einem begehrten Sammelobjekt bei der Luxusklientel machen.
Scheuermann um 16:45 in Estates | Kommentieren | TrackBack (0) | Artikel versenden
Donnerstag, 13.10.2011
Quo vadis, Bordeaux?
Scheuermann um 23:12 in Comments | Kommentieren | TrackBack (0) | Artikel versenden
Sonntag, 02.10.2011
In Hongkong sind Grossflaschen gefragt
Sonntag, 04.09.2011
Halbe Million Dollar für 300 Flaschen Lafite
Donnerstag, 18.08.2011
Ernteimpressionen Carbonnieux III

Ernteimpressionen Carbonnieux II

Neben Château Carbonnieux haben heute auch die beiden Nachbarn Château Smith Haut Lafitte und Château Latour Martillac mit der Ernte begonnen. Deren Weinberge liegen auf ähnlich heissen, steinigen Terroirs…
Ernteimpressionen Carbonnieux I

Der Erntebeginn heute in Bordeaux war tatsächlich wohl der früheste seit seit 118 Jahren. Für ein vergleichbares Datum muss man in den Chroniken bis 1893 zurückgehen. Zwar waren auch die Jahre 1997 und 2003 sehr früh, aber doch später als 2011
Auch Château d´Yquem hat mit der Lese begonnen
Mittwoch, 17.08.2011
Château Carbonnieux beginnt mit der Weissweinlese
Dienstag, 16.08.2011
Bordeaux erwartet grössere Weinernte
Montag, 15.08.2011
Sonnenbrand und Regenmangel in Pomerol
Frage By all accounts, 2011 has started less auspiciously, because the vines were scorched by 41°C temperatures in the spring, and parts of Pomerol were badly affected.
Thienpont Yes, I’ve never seen anything like it in my 26 years at VCC. Parts of the vines were scorched by the sun.
Frage How badly were you affected?
Thienpont Around 20% of the crop on west-facing vines was sunburnt.
Frage Presumably, those grapes are completely lost...
Thienpont Yes, they were burnt and dried up. We had to go through the vines snipping off the burnt berries, firstly as a precaution to avoid any contamination of unaffected fruit and secondly for psychological reasons –it wasn’t a pretty sight!
Mittwoch, 10.08.2011
Boomende Fälschungsindustrie in China
Scheuermann um 10:32 in Scandals | 5 Kommentare | TrackBack (0) | Artikel versenden
Sonntag, 07.08.2011
Come Rain or Come Shine
Montag, 04.07.2011
Extrem frühe Véraison beim Merlot

Normalerweise beginnt dieser Véraison genannte Prozess frühestens Ende Juli wie zum Beispiel im vergangenen Jahr oder auch erst Anfang August. In diesem Jahr ist die Natur in allen wichtigen Etappen des Jahreszyklus, begonnen bei Austrieb und Blüte um gut drei Wochen voraus. Eine extrem früher Erntebeginn Ende August oder Anfang September wird immer wahrscheinlicher. Das einzige was den Winzern derzeit zur vollkommenen Zufriedenheit in diesem Jahr fehlt ist Regen. Nur der ist nach wie vor nicht in Sicht. Vor allem jüngere Anlagen leiden bereits sehr unter Trockenstress.
Freitag, 01.07.2011
Finale Grande am Place Bordeaux
Haut-Brion mit Höchstpreis
Mittwoch, 29.06.2011
Jetzt geht’s rund
Dienstag, 28.06.2011
Château Mouton geht mit 600 Euro an den Start
Preishammer Petit Mouton
Die Nachrichten über die Abverkäufe sind im Übrigen höchst widersprüchlich. Während Cos von einigen Negociants trotz des Preisabschlags von 5,7 % offenbar heute unter diesem Preis angeboten wird, soll Margaux (allerdings bei sehr niedrigen Zuteilungen) trotz Preiserhöhung bereits ausverkauft sein und es eine zweite Tranche geben, über deren Höhe und Menge aber bislang nicht durchgesickert ist. Dagegen ist Ducru inzwischen mit einer zweiten Tranche zu 165 Euro auf den Markt gekommen. Eines scheint klar: die Spaltung des Marktes geht gnadenlos weiter auch auf diesem hohen Niveau. Wer nehmen kann, was er will, der tut das auch. Die anderen müssen sehen, wo sie bleiben.
Montag, 27.06.2011
Die Endrunde hat begonnen
Donnerstag, 09.06.2011
Und weiter geht es
Mittwoch, 08.06.2011
Der Paukenschlag von Pontet Canet
Donnerstag, 26.05.2011
Schleppende Kampagne
Die uneinheitliche Preistendenz der vergangenen Tage setzt sich denn auch gestern undheute fort: Clos Margalaine kam mit 12 Euro (- 10 %) und Marojallia für 49,80 Euro (+ 6 %), Château Brillette für 11,90 Euro (wie 2009), Sanctus für 18,60 Euro (- 13,5 %), Fonbadet für 18 Euro (+7,4 %), Goulée für 15 Euro (wie 2009), Le Crock für 14,50 Euro ( + 5 %), Lafont-Rochet für 29,70 Euro (wie 2009), Château Du Tertre (+10,7 %), Les Grands Chênes für 10,88 (- 6 %), Chasse Splreen für 18 Euro (+ 7 %), d´Aiguilhe für 18 Euro (wie 2009), La Fleur Morange für 42 Euro (wie 2009).
Dienstag, 24.05.2011
Asiatische und europäische Preise
Der Testlauf von Château Beychevelle mit einem Preisaufschlag von fast 23 % am Ende der vergangenen Woche kam bei der europäischen Klientel dagegen gar nicht gut an. So ist es nicht verwunderlich, dass heute Sociando Mallet eine ganz anderen Preispolitik zeigte und mit einem Preisabschlag von minus 16 Prozent herauskam. 22,20 Euro statt 26,40 Euro und das trotz leicht besserer Parker-Bewertung. Für Beychevelle dürfte die Kampagne dennoch gut laufen; denn in Asien v.a. in China soll es eine starke Nachfrage nach Beychevelle geben. Hinter dem Château steht als Besitzer nicht umsonst ein asiatischer Konzern und eine grosse Vertriebsstruktur (ASC) in China. Die ist dort landesweit präsent und Insider meinen, dass ASC in der Lage wäre einen beträchtlichen teil der Jahresproduktion von Beychevelle allein zu verkaufen. Es ist also wohl tatsächlich ein asiatischer Preis. Wenn der dort akzeptiert wird, darf man davon ausgehen, dass alle anderen, die dick im Asiengeschäft drin sind, mit ähnlichen Aufschlägen herauskommen werden.
Dienstag, 17.05.2011
Ruhe vor dem Sturm
Merlot-Blüte fast beendet

Bei dem für die kommenden Tage anhaltend schöne Wetter mit Sonnenschein und Temperaturen bis nahe an 30 Grad sollte auch die Cabernet-Blüte bis Mitte der zweiten Mai-Dekade abgeschlossen sein also zu einem Zeitpunkt als sie vor einem Jahr erst begann. Nicht nur aus Bordeaux sondern auch aus der Champagne, von der Loire und vom Fuss der Pyrenäen berichten Winzer über eine drei Wochen frühere Blüte als normal. Bis jetzt halten sich auch die Hagelschäden in erträglichen Grenzen.
Montag, 16.05.2011
Unklare Preis-Tendenz
Château Haut-Marbuzet: 25, 50 Euro (- 7 %)
Château Citran : (wie 2009)
Château Charmail: 11,15, (+1,8 %)
Château Clauzet : 10,60 Euro (+ 4.12 %)
Château Gazin : 48 Euro (+6,6 %)
Château Le Moulin: 29.50 Euro(+ 18 %)
Château d´Angludet : 19 Euro (+ 19 %)
Donnerstag, 12.05.2011
Uneinheitliches Bild
Mittwoch, 11.05.2011
In Sauternes bröckeln die Preise
Château Broustet - 24 %
Château Doisy-Vedrines – 6 %
Chateau La Tour Blanche - 5.9 %
Clos Haut-Peyraguey – 5.8 %
Château Lafaurie-Peyraguey - 5.8 %
Chateau Lamothe Guignard - 5.6 %
Mehr darber im Blog Bordeaux Gold von Bill Blatch.
Preise mit Augenmass
Samstag, 07.05.2011
Die ersten Reben blühen

Wenn man davon ausgeht, dass der Erntebeginn in Bordeaux nach der groben Faustregel „Mitte der Blüte + 115 Tage“ berechnet wird, dann dürfte die Rotweinlese in diesem Jahr etwa in der ersten Septemberwoche beginnen. Das wäre ebenfalls drei Wochen früher als 2009 und 2010. Mit dem beginn der Weissweinlese wäre dann bereits Mitte August zu rechnen. Das weckt zunächst Erinnerungen an Jahrgänge wie 1989 und 1893, wenn denn alles so bleibt. Für die erste Maihälfte jedenfalls sind die Prognosen günstig auch wenn natürlich immer die Gefahr von Hagel besteht.
Freitag, 06.05.2011
600 Hektar vom Hagel betroffen
Donnerstag, 05.05.2011
Parker aus der Sicht der Makler
Mittwoch, 04.05.2011
Parker korrigiert 2008 nach unten
Quelle: eparker.com/liv-ex 100 (blog)
In seinem jetzigen Ranking gibt es keinen potentiellen 100-Punkte-Wein mehr. Lafite und Ausone markieren mit 98 Punkten die Spitze. Dies ist eine wesentlich realistischere Sichtwiese dieses Jahrgangs als seine ursprünglichen Noten nach der Primeurverkostung. Dies deckt sich auch mit meinen diversen Nachverkostungen auf allen Ebenen. Nur ganz wenige haben sich verbessert, die meisten Weine verharren auf ihrem Niveau bzw. zeigen ihre Unarten jetzt noch deutlicher. Damit kann man die von einigen Weinhändlern gestrickte Mär vom verkannten Spitzen-Jahrgang weitgehend ad acta legen. Wobei ich nach wie vor die Weine auf der damaligen Favoritenliste uneingeschränkt zum Kauf empfehlen würde.
P.S. und was bei dieser Gelegenheit auch gesagt sein sollte: mein kollegialer und menschlicher Respekt und Hut ab vor Robert Parker. Nix Papst, nix unfehlbar, sondern selbstkritisch und souverän.
Liv-ex 100 mit Verschnaufpause
Parkers Machtwort
So blieb der Angebotsseite nicht anderes übrig als einmal mehr auf Robert Parker als letzte Instanz zu warten. Und der sprach heute Nacht ein deutliches Machtwort:
„...but I have tasted enough wines from 2005, 2009 and 2010 to realize that these may be the three greatest Bordeaux vintages I have tasted in my career.“. Dem kann ich nur zustimmen. Meine Verkostungserfahrung reicht zwar en primeur nicht ganz so weit zurück wie die von Robert Parker aber immerhin fast und bei den grossen alten Jahrgängen gehören wir zu den schreibenden happy few weltweit, die diese bis 1811 zurück in den vergangenen 40 Jahren verkostet haben also eine gewisse Ahnung davon entwickeln konnten, was tatsächlich „Jahrhundertjahrgänge“ sind. Im übrigen hat auch Parker ähnl9ich zu mir und anderen zehn Weine mit 100-Punkte-Verdacht an der Spitze seiner Liste:
Lafite-Rothschild 98-100Bemerkenswert aber ist auch bei ihm vor allem die grosse Zahl der kleinern und mittlerer Gewächse mit deutlich über 90 Punkten. Wer also keinen unbedingten Wert darauf legt Prestigeobjekte für seinen Keller erwerben zu wollen, sondern sondern einfach nur sehr gute und lagerfähige Weine kaufen erwerben möchte wird in diesem Jahrgang sicher auch für „kleines Geld“ grossartige Weine finden können; denn längst nicht für alle werden die (Preis)Bäume in den Himmel wachsen. Und das ist am Ende die gute Nachricht.
La Mission Haut Brion 98-100
Latour 98-100
Petrus 98-100
Ausone 98-100
Haut Brion 98-100
Mouton-Rothschild 97-100
L'Eglise Clinet 96-100
Beausejour (Duffau Lagarrosse) 96-100
Pontet-Canet 96-100 (
Montag, 02.05.2011
China entdeckt Bordeaux als Filmkulisse

Li Yapeng: Chinas Kino-Idol auf dem Bordeaux-Trip (Photo: ent.sina.com.cn)
Hauptdarsteller der zwischen Beijing, Shanghai und Bordeaux spielenden Liebesgeschichte sind die beiden chinesischen Publikumslieblinge Li Yapeng und Xu Jing Lei. Es ist die Fortsetzung des populären TV-Dramas "Jiang Ai Qing Jin Xing Dao Di" (Cherish Our Love Forever) des gleichen Regisseurs aus dem Jahr 1998 über eine unerfüllte Studentenliebe. In dem Spielfilm begegnen sich die beiden Protagonisten zwölf Jahre später in Bordeaux wieder. Das klingt ein bisschen an den Haaren herbei gezogen und auf den Bordeaux-Boom schielend, aber der roten Bordeaux trinkende männliche Hauptdarsteller Li Yapeng dürfte seine Wirkung auf die jüngere Generation in China nicht verfehlen und den Absatz weiter ankurbeln. Hier gibt es einen Trailer von den Dreharbeiten im vergangenen Jahr.
Scheuermann um 09:50 in Lifestyle | 1 Kommentar | TrackBack (0) | Artikel versenden
Sonntag, 01.05.2011
Erste Hagelschäden
Bordeaux erwartet eine sehr frühe Blüte
Das Wetterdiagramm von Château Palmer für die Monate März und April zeigt deutlich die langsam aber stetig ansteigende Temperaturkurve bei gleichzeitig minimalen Niederschlägen. Dies alles deutet auf eine noch längere Vegetations- und Reifeperiode hin als in den Jahren 2009 und 2010 bei ähnlicher Trockenheit.
Freitag, 22.04.2011
2010 – Das Jahr am Ende der Fahnenstange
Ob es vor meiner Zeit als Degustator jemals so reife Cabernet Sauvignons gegeben hat wie 2010, weiss ich nicht. Die Weine aus den Spitzenjahrgängen des 19. Jahrhunderts, die ich im Laufe der Zeit verkostet habe, wie 1811, 1848/49, 1864/65, 1870/71, 1893 und 1900 legen dies allerdings für die damalige Zeit nahe. Jedenfalls habe ich noch nie zuvor Cabernets dieser Qualität als Jungweine verkostet. Der Merlot, die andere tragende Sorte vor allem vom rechten Ufer, scheint mir dagegen die Grenze überschritten zu haben. Die Weine haben teils 15 und mehr Grad Alkohol. Ihre Zukunft ist ungewiss.
Mittwoch, 20.04.2011
Meine TOP 10 Favoriten 2010

Der Grand vin von Château Ausone 2010 ist mit Abstand das Beste, was ich je in diesem jungen Stadium verkostet habe. Dieser Wein hat mich emotional berührt. Seine konzentrierte Kraft, seine Komplexität und seine schier unendliche Tiefe suchen Ihresgleichen. Das kann einem den Atem rauben und Tränen in die Augen treiben. Nur einmal hat mich ein Jungwein ähnlich fasziniert wie dieser, das war La Turque 1985 von Guigal an der Rhône. Meine drei anderen 100-Punkte-Kandidaten sind jeweils vergleichbar mit dem besten, was man aus dem 20. Jahrhundert von ihnen kennt: Latour erinnert an den „Langstreckenläufer“ von 1928, Pétrus schmeckte so betörend süss wie der „Luxuswein“ aus 1945 und der Lafleur zeigt schon jetzt ein Feuerwerk der Aromen das an die Komplexität des 1947er erinnert. Was will man mehr?
Montag, 18.04.2011
Erste Cru bourgeois Preise
Freitag, 15.04.2011
Coppola engagiert Margaux Direktor
Scheuermann um 22:33 in Estates | 1 Kommentar | TrackBack (0) | Artikel versenden
Donnerstag, 14.04.2011
Der Tanz beginnt
Gleichzeitig hat heute als einer der ersten Händler in Deutschland Michal Grimm (Bacchus Vinothek) seine Online-Subskriptionsliste online gestellt und angekündigt sie täglich zu aktualisieren. Grimm: „Es ist mal wieder kein Jahr, in welchem man warten kann oder sollte, bis alle Preise draussen sind.”
Mittwoch, 13.04.2011
Preisdiskussion
„Als Weinliebhaber schmerzen auch mich die Preise der 1er Crus und mancher Super Seconds, Pomerols oder Emilions ebenfalls sehr. Diese Weine sind fast unerreichbare Statussymbole und Spekulationsobjekte für Wenige. Aber essen Sie nicht auch gerne Pfifferlinge oder Steinpilze – trotz weißer Trüffeln für EUR 4000,-- das Kilo? Fahren Sie nicht auch Auto – trotz der Preise für Maybach und Bugatti? Lesen Sie nicht auch am Handgelenk die Zeit ab – trotz IWC, Glashütte, etc…?
Erste Preise
Die Rückkehr der Pferde
Auf Château Pontet Canet, mit 120 Hektar davon 81 Hektar bestockt einer der grössten Betriebe im Médoc, hat man inzwischen das vierte Pferd angeschafft. Im Januar wurde der Betrieb als erster Grand Cru classé als biodynamisches Gut zertifiziert. „Das ist keine Mode“ erklärte uns Alfred Tesseron bei unserem Besuch, „sondern der Respekt vor der Natur und dem Boden. Ausserdem machen die Pferde die Arbeit einfach besser als die Traktoren.“ Auf der Hompage von Pontet Canet gibt es eine eigene Seite für die vier aus England stammenden Rösser mit Namen Reine, Opale, Surprise und Kakou. Es lohnt sich wirklich den Film über die Arbeit mit den Pferden und dem Interview mit Alfred Tesseron anzusehen.
Scheuermann um 11:02 in technics | 2 Kommentare | TrackBack (0) | Artikel versenden
Samstag, 09.04.2011
China, China über alles!
Auf zwei Seiten im Innenteil berichtete das Blatt über den Besuch von Jachy Wu, Präsident der grossen chinesischen Handelsfirma GRG, und seiner Chefeinkäuferin Céline Liu. Wu, der nach einem mehrjährigen Südfrankreichaufenthalt perfekt französisch spricht, importiert mit seiner vor fünf Jahren in Xiamen im Süden Chinas gegründeten Firma heute 80 bis 85 Container zu je 12.000 Flaschen pro Jahr und meint, das dies erst der Anfang sei; denn bislang beschränke sich der Weinkonsum auf die Grossstädte vor allem an der Küste. Doch dies werde sich ändern. Hier geht es zum kompletten Text des Artikels.

China ist in diesen Tagen in Bordeaux allgegenwärtig. Bei den Premiers wie hier z.B. bei Lafite und Latour gibt es die technischen Daten der Weine selbstverständlich auch in Mandarin. Alle freuen sich wie hier Gérard Perse (Château Pavie) über die erste Ausgabe der neuen "Roten Bibel" über die Weine von Bordeaux auf chinesich.
Noch nie zu vor habe ich hier so viele asiatische – also nicht nur chinesische – Journalisten, Fotografen, Kamerateams, Händler, Sommeliers und Einkäufer gesehen. Alle rechnen damit (bzw. hoffen), dass die Chinesen dieses Jahr erstmals mit viel Geld und breiter als bisher ins Primeur-Geschäft einsteigen, statt wie bisher fast ausschliesslich gefüllte Weine zu kaufen.
Montag, 04.04.2011
Tagesgespräch
Unter der Überschrift „Stakhanoviste des primeurs au travail“ (nach dem legendären Vorzeigearbeiter des Stalinismus Alexei Grigorjewtisch Stachanow) beschreibt das Blatt den Degustationsmarathon des Händlers, der für sein Subskriptions-Angebot in diesen Tagen um die 800 Muster von einigen Hundert Châteaux verkostet. „In einem Jahrgang wie 2002“, so Lobenberg, „reichten zwei Tage, in diesem aussergewöhnlichen Jahrgang brauch man zehn Tage.“ Auch über mögliche Risiken des Primeurgeschäfts äussert sich der erfahrene Händler in diesem Artikel. Den vollen Wortlaut des Artikels gibt es hier.
Sonntag, 03.04.2011
Erste Proben, erste Erkenntnisse
Kollege Michael Pronay inspiziert die Probenfolge des Circle rive droite.
Das ist zwar noch kein wirklicher Überblick aber doch ein erster Eindruck und der sagt: alle Prognosen treffen zu. 2010 ist wieder ein grosser Jahrgang wie bereits 2005 und 2009 und zwar offensichtlich quer durch alle Regionen, Sorten und Qualitätstufen. Welcher der drei als der grösste der Dekade in die Geschichte eingeht, wird die Zukunft zeigen. Dazu wird es noch viele Debatten und Vergleichsproben geben. Eins aber ist jetzt schon sicher: selbst einfache Bordeaux A.C.-Weine oder Bordeaux supérieur zeigen 2010 teilweise überragende Qualitäten. Und das ist die gute Nachricht: die Verbraucher können sich darauf freuen, dass sie in ein, zwei Jahren aus Bordeaux zu Preisen zwischen zehn und 20 Euro Weine einer Qualität bekommen werden, die in normalen Jahren nur grossen Gewächsen zu eigen ist.
Dienstag, 08.03.2011
Die Rallye geht weiter
Dienstag, 15.02.2011
Château Montrose eröffnet Primeur-Kampagne
Château Beychevelle halb in japanischer Hand
Scheuermann um 15:00 in Estates | Kommentieren | TrackBack (0) | Artikel versenden
Samstag, 12.02.2011
Bordeaux schlägt Klima-Alarm
Mittwoch, 09.02.2011
Bordeaux Arrivage 09 (#5)
Bei vielen Weinen, die ich im Glas hatte, habe ich mich unwillkürlich gefragt, ist es gescheit solche Weine in die Flasche zu füllen Bordeaux und den Namen des Château draufzuschreiben? Ich hätte das anonym im Fass verkauft. Auch wenn viele dieser Weine nur fünf, sechs Euro im Laden kosten, also für wenig mehr als zwei Euro vom Handel eingekauft werden können, das können andere Länder und Regionen für den Preis einfach besser. Dass man durch Auslandspräsentationen wie der gestrigen Imagegewinn erzielen oder gar Verkaufserfolge generieren kann, halte ich für wenig wahrscheinlich. Damit richtet man nur noch mehr Flurschaden an. Solche Weine dem Publikum im Vergleich zu den „abgehobenen Grands Crus“ als „grundsolide, ehrlich und authentisch“ anzupreisen erinnert mich an die Geschichte von den Kaisers neuen Kleidern. Da kam gestern Bordeaux zwar nicht ganz nackt daher, aber doch in ziemlichen Fetzen.
Wieder steigende Fassweinpreise in Bordeaux
Scheuermann um 09:53 in Economy | Kommentieren | TrackBack (0) | Artikel versenden











