Montag, 04.02.2008
Schiefes WELT-Bild
Lange galt die Region als Markenzeichen für edle Tropfen. Dann wuchs die Anbaufläche, und die Qualität ließ nach.
Da hat die Autorin sich irgendwie in der Zeitspanne vertan. Seit den 1980er Jahren ist die Qualität der Bordeauxweine übers Ganze gesehen immer besser geworden. Eine so grosse Zahl hervorragender Weine wie heute hat es vermutlich in der ganzen Geschichte von Bordeaux noch nie gegeben. So gesehen und auch wegen des 2005 erreichten Preisniveau muss man wohl oder übel anerkennen: Bordeaux ist weltweit wieder der Inbegriff für Luxus beim Wein. Die Zeiten des Qualitäts- und damit Preisverfalls liegen Jahrzehnte zurück. Das war in den 1960er und 1970er Jahren, als viele Weinberge, die nach den Frösten der 1950er Jahre neu angelegt werden mussten, zu jung waren um grosse Weine hervorzubringen. Damals wurden die Hektarerträge fahrlässig hochgefahren, was in Verbindung mit einigen fruchtbaren, aber nicht sehr guten Jahren zu Massenerträgen führte und damit zu dünnen Weinen.Sie sind empfindlich und unberechenbar wie Diven, werden umringt von Kamerateams und Schaulustigen: die Weinkritiker, die jedes Frühjahr in der alten Handelsstadt Bordeaux ihr Urteil über den neuen Jahrgang abgeben.
Ich weiss nicht bei welcher Veranstaltung Frau Exler war, dass sie diesen Eindruck gewonnen hat. Bei einer der Primeurverkostungen für Fachjournalisten ganz sicher nicht. Ich habe dort in den vergangen 15 Jahren nie ein Kamerateam gesichtet und Schaulustige schon gar nicht. Diese Verkostungen finden in kleinen Gruppen von maximal zehn, 20 Personen und in Klausur statt. Selbst leise Gespräche untereinander sind während dieser Verkostungen unerwünscht. Ohne Akkreditierungsausweis hat dort auch niemand Zutritt.Doch die Weingurus probieren nur die teuersten Tropfen: Margaux, Mouton-Rothschild, Angélus oder Yquem. Diese Spitzenweine, die Grands Crus, sind begehrt, sie machen aber nur fünf Prozent der Produktion in dem südwestfranzösischen Anbaugebiet aus.
Das ist Unfug bzw. eine Unterstellung. Die allermeisten Kollegen verkosten eben nicht nur die wenigen Topweine, sondern Hunderte Weine während eines Zeitraums von einer Woche. Viele fahren ein zweites Mal oder drittes Mal hin. Und sie verkosten nicht nur alle klassifizierten Gewächse bis zum fünften Rang hinunter, sondern auch Cru bourgeois, Cru artisan sowie die ganzen Randappellationen wie Fronsac, Côtes de Castillon, Bourg und Blaye bis hinzu Bordeaux A.C. und Bordeaux Supérieur.Vielen der lange verwöhnten Winzer geht es wirtschaftlich schlecht. Französische Supermärkte verramschen ihre Weine für einen Euro je Flasche. Doch selbst zu diesem Preis ist Bordeaux schwer verkäuflich. Mehr als eine halbe Million Hektoliter wurden mit EU-Beihilfen zu Industriealkohol destilliert. Immer wieder machen Pleiten von Winzern Schlagzeilen. In der lokalen Presse ist von Selbstmorden die Rede und von Winzern, die Sozialhilfe beantragen.
Hier verwechselt die Autorin offenkundig Südfrankreich mit Bordeaux. Von dort wurde tatsächlich über Selbstmorde und zahlreiche Pleiten berichtet. In Bordeaux wird dagegen meist in die Châteaux investiert. Und wenn einer verkaufen will oder muss (wg. des schwierigen Erbschaftsrechts kommt das häufiger vor) findet sich meist schnell ein Käufer und Investor. Und in französischen Supermärkten werden keine Bordeaux-Weine für ein Euro verramscht, nichtmal im deutschen Hard Discount.
Die Ursachen der Krise reichen bis in die 80er-Jahre zurück. Damals wurde das Anbaugebiet im Südwesten Frankreichs fast verdoppelt. Fast 20 000 Hektar wurden neu bepflanzt.
Auch diese Zahlen sind falsch. Damals tat sich zunächst gar nichts. In der ersten Hälfte der 1980er Jahre lag die Hektarzahl für AOC Bordeaux noch ziemlich konstant bei um die 78.000 Hektar. Erst gegen Ende des Jahrzehnts und vor allem in den 1990er Jahren begann der Wildwuchs. Fakt ist dass seit damals nicht 20.000 Hektar neu angepflanzt wurden sondern rund 45.000 Hektar. Damit wurde die Anbaufläche zwar nicht verdoppelt aber immer hin um 60 Prozent ausgeweitet. Wobei sich allerdings die Rebfläche für rote Weine fast verdoppelt hat, während die für Weissweine um ein gutes Drittel zurückging.Im Fahrwasser der spekulativen Spitzenweine verbuchten auch die einfachen Winzer steigende Gewinne. Und sie begannen, sich auf ihren Erfolgen auszuruhen - etwas zu früh. Denn bei Ernährung und Genuss ändern sich die Trends schnell. In Übersee entwickelte sich ein eigener Weinstil, der viele Verbraucher bald mehr ansprach als die klassische französische Machart.
Die einfachen Winzer haben so gut wie nie vom Boom profitiert. Der Anstieg der Preise für die klassifizierten Gewächs, insbesondere der Premiers begann mit dem Jahrgang 1995. Seither sind die Preis mit Ausnahme der beiden Jahre 1997 und 1998 (als sie geringfügig steigen) für die Normalwinzer gleich geblieben oder gesunken. Zeitweilig sanken die Fassweinpreise tatsächlich unter die Rentabilitätsgrenze. Seit gut einem Jahr haben sie sich aber wieder auf einem normalen Level stabilisiert. Steigende Gewinne hat es in dieser Zeit für die kleinen Winzer nie gegeben und es gab folglich auch keine Erfolge auf denen sie sich ausruhen konnten.Die Bordeaux-Winzer begegneten der Konkurrenz lange nur mit Sarkasmus. "Trinkmarmeladen" nannten sie die gefälligen, am Massengeschmack ausgerichteten Neue-Welt-Weine. Die Quittung kam prompt: In Großbritannien etwa, einst wichtigster Auslandsmarkt für Bordeaux, sank dessen Marktanteil von etwa 35 Prozent Mitte der 90er-Jahre auf weniger als 20 Prozent. In Deutschland gingen die Importe allein zwischen 2001 und 2005 um knapp ein Drittel zurück. "Viele Bordeaux-Liebhaber sind auf andere Herkünfte umgestiegen", sagt Burkhard Dietz vom Frankfurter Weinfachhandel Villa Vinum.
In Wahrheit waren es in diesem Zeitraum ca.Ich frage mich, wie ist eine solche Berichterstattung zu vereinbaren ist mit dem vor allem vom Springer-Konzern immer wieder hochgehaltenen Pressekodex des Deutschen Presserats, in dem es heisst: „Recherche ist unverzichtbares Instrument journalistischer Sorgfalt. Zur Veröffentlichung bestimmte Informationen in Wort, Bild und Grafik sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und wahrheitsgetreu wiederzugeben.“22 Prozent24,22 Prozent Rückgang und in 2006 und 2007 hat sich eine Trendwende vollzogen. Erstmals stieg der Export nach Deutschland wieder an, zuletzt um fünf Prozent.
Scheuermann um 21:17 in Economy | 63 Kommentare | TrackBack (0) | Artikel versenden
Morio Musk kommentiert:
Jan Kiegeland kommentiert:
vielen Dank für diese Richtigstellungen. Da ich selbst für eine Arbeit an der Weinakademie Österreich Zahlen über die Geschichte von Bordeaux und dem Languedoc dringend suche und mich durch einen Wust von websites der viniflhor und des französischen Zolls kämpfe, haben Sie vielleicht einen Tipp, wo ich übersichtlich die Entwicklungen in Frankreich nach dem 2ten Weltkrieg detailliert nachlesen kann?
Ich wäre Ihnen ewig dankbar....
mfg,
Jan kiegeland
Mario Scheuermann kommentiert:
Zahlen wie Export (Wert und Menge), Flächendentwicklung etc. bekommen Sie bei der internationalen Pressestelle des Branchenverbandes CIVB in Bordeaux. Für Languedoc-Roussilon sollten Sie bei der SOPEXA in Erfahrung bringen können, wer solche Statistiken hat.
Gruss Mario Scheuermann
E.Wanko kommentiert:
Man mus diesen ewigen Bordeauxschlechtmachern und ichschreibeinentollenkritischenartike-journalisten etwas entgegen sezten.
Außerdem gebe ich den Winzern recht, wenn sie von Marmeladenweine reden.
Ich halte mich schon immer raus aus dem fruchtigen Überseegequatsche. Da gibt es natürlich Gutes, aber Europa ist unschlagbar und es sind Weine aus undserer Region.
Das lass ich mir nbicht vermiesen genau wie bei den Speisen - Regionales ist das Beste.
Gruß
e.wanko (weine &Speisen)
Bernd Beckschwarte kommentiert:
Habe der WELT-Redaktion, deren Sonntags-Elaborat ich oft kaufe, einen entsprechenden Leserbrief verschafft. Doch Achtung: wenn man das auf der Website tut (Leserbrief schreiben), dann bekommt man eine Meldung, dass dieser Leserbreif an den Artikelautor geht.. Ob auch eine Kopie an die Chefredaktion geht, ist mir nicht erkennbar geworden.
Wenn der Autorin das nun nicht passt, könnte der Leserbrief womöglich in den Wind geschrieben sein und vertonnifiziert werden.
Den Grad an redaktioneller Kritikbefähigung bei der WELT vermag ich "so" noch nicht einzuschätzen. Vielleicht sollte man einen einschlägigen Leserbrief doch besser über Mail in Kopie an zweidrei weitere im Impressum genannte Redakteure richten?
Denn vor allem die Behauptung, die Qualität des Weines aus Bordeaux sei gesunken, finde ich hanebüchen. Bordeauxweine sind heute die besten, die es je gab, klar, mit jahrgangsbedingten Schwankungen.
Wenn auch die Preise durchaus mal wieder etwas nachgeben dürften..
;-)
Iris kommentiert:
Nachzulesen hier:
http://www.lexpress.fr/mag/saveurs/dossier/vin/dossier.asp
Ich nehme an, die Journalistin hat diese Quelle angegeben?
Mario Scheuermann kommentiert:
hat sie nicht. Aber offenbar haben Sie da wirklich die Quelle entdeckt aus der ihre Informationen stammen. Bei einer als seriös geltenden Quelle abschreiben ist halt einfacher als sich selbst durch Statistiken und Jahresberichte zu kämpfen.
Gruss Mario Scheuermann
Klaus Spöhrer kommentiert:
Hat das auch die Redaktion von WELT online erhalten - und kapiert???
Gruss, Klaus Spöhrer
Dr. Andrea Exler kommentiert:
ich möchte mich gerne als Autorin des Artikels in die interessant Debatte einschalten.
Es ist ja nun nicht das erste Mal, dass Sie kritische Berichte über die Weinbranche - sei es in der WELT oder in anderen Medien - als inkompetent hinstellen. Das höre ich auch aus dem Kollegenkreis.
Da haben wir uns nun schon öfter gefragt, ist dieser inquisitorische Eifer bei Ihnen ganz selbstlos?
Einmal ganz rundheraus gefragt: Woher beziehen Sie die Mittel, Ihren Bordeaux-Blogg und die anderen Foren usw. zu betreiben? Gibt es finanzielle Zuwendungen und/oder Anzeigenschaltungen der Weinindustrie oder der Weinbauverbände (Sopexa zum Beispiel)?
Wären Sie bereit, mir als Verbraucherjournalistin Einblick in Ihre Geschäftführung zu gewähren?
Denn Sie stellen sich interessierten Weinfreunden ja als unabhängiger Beobachter und Kritiker dar.
Viele Grüße,
Dr. A. Exler
Eckhard Supp kommentiert:
auch wenn man als Journalist einmal in die Schusslinie eines Kollegen gerät - das passiert ganz zwangsläufig jedem von uns, da wir uns mit dem, was wir schreiben, auch exponieren, d. h. der Kritik aussetzen - sollte man doch nicht so schnell die Fassung verlieren und unter der Gürtellinie zurückschlagen.
Hat Sie jemals ein Kollege danach gefragt, wer die Anzeigenkunden Ihrer Publikation sind und wie deren Interessen in Ihre Berichterstattung einfließen?
Soweit ich feststellen kann, sind Anzeigen in den Online-Publikationen von Scheuermann ordnungsgemäß als Anzeigen gekennzeichnet - das ist etwas, was selbst unter den renommiertesten Publikationen Deutschlands nicht jeder von sich behaupten kann - und damit ist jede Insinuation in der Art der von Ihnen impliziert geäußerten Verdächtigungen eine grobe Unverschämtheit.
Ich möchte Sie auffordern, diese Art der "Auseinandersetzung" in Zukunft zu unterlassen und habe Herrn Scheuermann empfohlen, auch den Vorstand Ihres Verlages entsprechend zu informieren.
Sachlich, das zum Abschluss, ist an der Kritik Scheuermanns an Ihrem Artikel an keiner Stelle etwas auszusetzen. Allein die Passage aus Ihrem Artikel "Damals wurde das Anbaugebiet im Südwesten Frankreichs fast verdoppelt. Fast 20 000 Hektar wurden neu bepflanzt" zeigt, wie wenig Sie nicht nur von Recherche und von Tatsachen, sondern auch von logischer Gedankenführung halten. Eine Verdopplung, die einem Zuwachs von 20.000 Hektar entspricht, müsste wohl auf ein Ausgangsniveau von ebenfalls 20.000 Hektar bezogen sein - das Resultat wäre dann eine Rebfläche von 40.000 Hektar. Wenn man sich diese Zahlen einmal aufschreibt, wird deutlich, wie lächerlich sie allesamt sind.
ASM kommentiert:
Ist das jetzt nicht ein wenig billig, Herrn Scheuermann als von der Weinindustrie abhängigen und von der Sopexa unterstützten Journalisten darzustellen?
Damit widersprechen Sie aus meiner Sicht auch Ihrem Eingangssatz, dass Sie sich in diese interessante Debatte einschalten wollen. Wäre es nicht sinnvoller Sie würden auf die Argumente von Herrn Scheuermann eingehen und auch auf die anderen Argumente, die hier genannt wurden?
Dr. Andrea Exler kommentiert:
ich halte es grundsätzlich für problematisch, wenn im Internet Polemiken gegen unabhängige Journalisten von Akteuren lanciert werden, die finanziell von eben jener Branche abhängig sind, die in den Medienbeiträgen kritisiert wurde.
Das ist ja insofern ein alter Hut, als es viele Wirtschaftszweige schon vorexerziert haben: Angebliche "Patienten-Foren", gesponsert von der Pharmaindustrie, die auf Medien losgehen, die Zweifel an der Wirksamkeit neuer Mittelchen äußern usw. usf.
Da wird Ihnen der "Vorstand des Verlags" auch nichts anderes sagen, obgleich Ihre Ausführungen dort gewiss auf großes Interesse stoßen werden.
A.Popp kommentiert:
die Frage, die sie aufwerfen, mag natürlich auch interessant sein, nur leider hat Sie nichts mit ihrem Artikel zu tun. Dass Firmen auf dieser Seite Werbung schalten, könnte man ausserdem recht einfach herausfinden: Man schaut auf den Bildschirm. Die WELT ist, soweit ich weiß, allerdings auch nicht Anzeigenfrei und nimmt ebenfalls das Recht der redaktionellen Hoheit und Unabhängigkeit für sich in Anspruch.
Wirklich ärgerlich an Ihrem Kommentar ist allerdings, dass Sie zu keinem der Punkte, die offensichtlich strittig sind, Stellung beziehen. Warum nicht? Es wäre doch ein Einfaches Ihren Artikel mit Fakten und Quellen, die Sie sicherlich haben, zu untermauern und dann gäbe es im schlimmsten Falle zwei gut recherchierte Meinungen, die unversöhnlich gegenüberstehen. Passiert ja nicht zum ersten Mal.
Statt dessen machen Sie ein neues Fass auf. Unterstellen subtil, dass die Redaktion des Bordeaux-Blogg gekauft ist, was sie wahrscheinlich sogleich bestreiten werden. Aber Sie nehmen dafür sogar Kollegen in die Pflicht, die Sie natürlich nicht namentlich benennen. Diese Art der Verteidigung spricht leider Bände und Sie erfüllen damit sich selbst und der WELT einen echten Bärendienst. Mit Nebelbomben werfen, verhilft Ihrem Artikel jedenfalls nicht zu mehr Glaubwürdigkeit.
Ach und wenn sie mehr Beweise gegen den Bordeaux-Blogg und Herrn Scheuermann gefunden haben, lassen Sie es mich doch wissen. Wie gesagt, es ist ja ein spannendes Thema. Vielleicht stellen Sie dazu auch noch gleich Recherchen in der WELT an.
Viele Grüsse
A.Popp
Georg Zeppenfeld kommentiert:
der Eine setzt sich mit Kritik sachlich auseinander, der Andere schießt anstattdessen fröhlich unter der Gürtellinie, ohne sich auch nur im Ansatz mit den Richtigstellungen H. Scheuermann´s zu beschäftigen.
Tun Sie sich und vor allem Ihren Lesern doch in Zukunft den Gefallen und berichten von Dingen, von denen Sie ein klein wenig mehr verstehen, denn Ihr
Artikel kommt so sicherlich eher einer journalistischen Bankrotterklärung gleich.
Mit gut gemeinten Grüßen
Georg Zeppenfeld
Dr. Andrea Exler kommentiert:
Dr. Andrea Exler kommentiert:
auf Herrn Scheuermanns Argumente eingehen? Gerne!
"Bordeaux ist weltweit wieder der Inbegriff von Luxus beim Wein."
heißt es da.
Liebe Weinhändler und verwandte Spezies (die hier lieber anonym bleiben), machen Sie sich doch bitte nicht lächerlich!
Der Fachbegriff für Ihr Vorgehen ist simpel und allgemein geläufig: Schleichwerbung.
Eckhard Supp kommentiert:
ich bin wirklich überrascht, wie Sie es schaffen konnten, in so kurzer Zeit die Tatsache zu recherchieren, dass der Mädchenname meiner Großmutter mütterlicherseits "Schupp" war. Aber das gleich zwei Mal zu betonen, wäre doch nun wirklich nicht nötig gewesen.
Aus ihre impliziten Anschuldigung, Herr Scheuermann sei gekauft, ist ja nun eine recht offene und direkte geworden, nicht zuletzt durch den Vergleich mit den so genannten "Patientenforen".
Ich möchte deshalb an dieser Stelle für alle anderen Leser dieses Blogs - bei Ihnen erwarte ich nicht, dass Sie diesen Gedankengang verstehen - auf die Tatsache hinweisen, dass wir, d. h. die Handvoll Herausgeber von deutschprachigen Weinpublikationen im Internet, mehr als zehn Jahre lang besonders von der Weinwirtschaft des Bordelais, wo man ja in Printmedien die eine oder andere Anzeigenmillion verbraten hat, vollkommen ignoriert, wenn nicht boykottiert wurden.
An dieser Situation hat sich erst in den letzten Monaten vorsichtig etwas geändert ... allerdings mit der Besonderheit, dass Scheuermann von den aktuellen Anzeigenschaltungen für Bordeaux gar nicht "profitiert" hat.
Da Sie offenbar nicht willens oder in der Lage sind, sachlich und inhaltlich zur Kritik von Scheuermann Stellung zu nehmen, schlage ich vor, dieses unappetitliche Kapitel einfach zu schließen.
Bernd Beckschwarte kommentiert:
Ihre erste Einlassung gegen Herrnn Scheuermann ist eine Unverschämtheit. Sie diskutieren nicht in der Sache, sondern greifen Herrn Scheuermann an, als sei er Büchsenspanner "Interessierter Kreise" aus Bordeaux, behaupten, er ließe sich von ihnen finanzieren.
Und wenn? Änderte das was an der journalistisch- technisch- handwerklichen Einschätzung Ihres (!) Werkes?
Insbesondere legen Sie nicht offen, woher Ihre abseitigen Einschätzungen sich gründen: Die Qualität von Bordeauxweinen sei schlechter geworden? Da bitte ich doch mal um Quellen und Nachweise..
Ich ersuche darum, im Bereich des Weinjournalismus mit Bedacht zu agieren. Insbesondere sollte man den Machenschaften rund des Weines durchaus immer kritisch gegenüberstehen und sie benennen - so man Handfestes vorzeigen kann. Ihr Artikel hingegen ist für solche Bestrebungen zu objektiver Kritik eine Art "Bärendienst". Billige Rundumschläge helfen niemanden. Ihr Artikel war insoweit massiv "unter pari", wenn Sie nicht in der Lage sind, Ihre Behauptungen zu belegen.
Ich selbst bin reiner Amateuer, mit niemandem in der Weinbranche geschäftlich verbandelt. Ich darf Ihnen versichern, Ihren Artikel mit ungläubigem Kopfschütteln zur Kenntnis genommen zu haben.
Gruß
Bernd Beckschwarte
Mario Scheuermann kommentiert:
wieso ist eine Formulierung wie "Bordeaux ist weltweit wieder der Inbegriff von Luxus beim Wein." eine Schleichwerbung angesichts der Tatsache, dass die klassifizierten Gewächse mit dem Jahrgang 2005 - sehr zum Leidwesen viele Händler und Konsumenten udn scharf kritisiert von den meisten Fachjournalisten - die höchsten Preise seit über 100 Jahren verlangt und bekommen haben. Eine Flasche Mouton 2005 wird derzeit zu einem Preis ausgeliefert, für den man vor zehn, zwölf Jahren noch eine Kiste bekommen hätte. Eine Kiste Pétrus 2005 entspricht dem Gegenwert eines Mittelklasse-Autos.
mfg Mario Scheuermann
Bernhard Fiedler kommentiert:
Mit ihrem letzten Kommentar haben Sie die schon in Ihrem Artikel gezeigte Qualität Ihrer Weinkompetenz wirklich untermauert.
Selbstverständlich sind alle (Weinhändler) lächerlich, die schleichwerbend Bordeaux zum alleinigen Inbegriff von Luxus beim Wein stilisieren. Diesen Platz muß Bordeaux natürlich mit der Champagne (und vielleicht mit Burgund) teilen!
Sehen wir einmal davon ab, dass Sie nach der Aufforderung auf die Sachargumente zu reagieren ausgerechnet und ausschließlich diese Aussage herausgreifen: Dahinter Schleichwerbung zu vermuten ist für jeden lächerlich, der auch nur einen Hauch Ahnung von der Weinwelt hat.
Selbstverständlich ist Bordeaux (nicht allein, aber eben auch) der Inbegriff von Luxus beim Wein. Das wird ihnen auch jeder Weinkenner bestätigen, der weder Werbegelder aus Bordeaux bezieht, noch Bordeaux-Weine verkauft.
Das bestätige sogar ich, der ich als Winzer in Konkurrenz zu Bordeaux stehe (und werbefrei bloggt).
Anstatt über ihre Kritiker hier zu recherchieren wäre es wohl hilfreich gewesen, diesen Aufwand in Ihren Artikel zu investieren.
Bernhard Fiedler
Mario Scheuermann kommentiert:
Demnach sah die Hektarentwicklung in Bordeaux in den vergangenen 25 Jahren so aus:
1981
77.756 ha Bordeaux AOC total
56.814 ha Bordeaux rouge
20.942 ha Bordeaux blanc
2005
123.373 ha Bordeaux AOC total
109.631 ha Bordeaux rouge
13.741 ha Bordeaux blanc
Quelle: CIVB
Die Exportzahlen für Bordeaux -Weine total (Flasche und Fass) für den fraglichen Zeitraum 2001 bis 2005:
2001 425.418 hl
2002 420.276 hl
2003 380.833 hl
2004 343.276 hl
2005 322.359 hl
Quelle: CIVB
Klaus Spöhrer kommentiert:
ich kann nur hoffen, dass S i e , nachdem Sie einmal eine Nacht darüber geschlafen haben, sich allmählich und deutlich von dem Unsinn, den Sie Fakten nennen, die nachweislich falsche "Fakten" sind, distanzieren - und sich bei Herrn Scheuermann und den Lesern dieses Forums entschuldigen. Journalistische Verpflichtung und Ehre gebietet nicht nur sorgfältige Recherche, sondern auch den Mut zur Korrektur von Fehlverhalten und diffamierenden Anschuldigungen. Mit "Verbraucher-Journalismus" hat das ganz gewiss nichts zu tun, vielleicht aber mit schlecht abgeschriebenen anderweitig bereits veröffentlichten Texten?, die dadurch ja nicht richtiger werden, wenn sie denn falsche Daten enthalten. Ganz sicher hat aber Ihre Re(d)aktion hier im Forum mit schlechtem Stil zu tun. "Guten Morgen!"
Laroche (Mag. L-Pierre) kommentiert:
Darf ich mich als Weinhändler melden. Ich habe (noch) keine Werbung hier.
Hier meine Zahlen; ich verkaufe NUR französische Weine, darunter viele Bordeaux zw. 5 und 900 euro / Flasche d. heißt von kleinen Winzern bis zu den teuersten Châteaux.
Meine Liste können Sie auf meiner Homepage sehen.
Der Bordeauxumsatz ist ca. 70 % des gesamtvolumens
2007 könnte ich gegenüber 2006 eine Steigerung des Umsatzes von 83 % verbuchen.
Januar 2008 gegenüber Januar 2007 eine Steigerung von 1000% (ja, tausend), was vor allem auf sehr teuere Bordeaux zurückzuführen ist, aber auch viele um die 6-15 euros.
Die Winzer, mit denen ich arbeite, sprechen nicht von Krise. Nein, seit 2 Monate höre ich nur eines: wir bekommen keine Flasche mehr, um abfüllen zu können. Somit sind die lieferbare Mengen sehr knapp !
Ist auch eine Krise.
mfg
Mag. L-Pierre LAROCHE
Thorsten Jodaitis kommentiert:
die Art und Weise, wie Sie auf die Äußerungen von Herrn Scheuermann reagiert haben, finde ich absolut inakzeptabel. Dies hat mit einer Sachdiskussion nichts zu tun und es werden sehr fragwürdige Behauptungen einfach in den Raum gestellt. Herr Scheuermann hat da genau richtig reagiert und mit Fakten geantwortet.
Dr. Andrea Exler kommentiert:
der Weinbauverband Bordeaux (CIVB) und die von ihm beauftrage PR-Agentur Segmenta in Hamburg haben sicher nichts dagegen, hier an dieser Stelle noch einmal zu bestätigen, dass ich in meinem Artikel Zahlen aus diesen Quellen falsch widergegeben habe? In Ihrem letzten Diskussionsbeitrag schreiben sie ja, beide Quellen hätten ihnen diese Auskunft über mich gegeben.
MfG
Rechtsanwalt H. Kiefer kommentiert:
Hier der Pressekodex zur Erinnerung:
Ziffer 2 – Sorgfalt
Recherche ist unverzichtbares Instrument journalistischer Sorgfalt. Zur Veröffentlichung bestimmte Informationen in Wort, Bild und Grafik sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und wahrheitsgetreu wiederzugeben. Ihr Sinn darf durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden. Unbestätigte Meldungen, Gerüchte und Vermutungen sind als solche erkennbar zu machen.
Symbolfotos müssen als solche kenntlich sein oder erkennbar gemacht werden.
Eigentlich verlangt der Kodex auch, dass eine entsprechende Richtigstellung erfolgt:
Ziffer 3 - Richtigstellung
Veröffentlichte Nachrichten oder Behauptungen, insbesondere personenbezogener Art, die sich nachträglich als falsch erweisen, hat das Publikationsorgan, das sie gebracht hat, unverzüglich von sich aus in angemessener Weise richtig zu stellen.
Die Autorin des vermeintlichen Artikels hat bis jetzt zumindest nicht in der Sache argumentiert.
Ein persönlicher Angriff ist wohl immer die letzte Möglichkeit, bevor man an die Wand fährt und ein Zeichen fehlender Argumente.
Das sich ein Blog über Werbeeinnahmen finanziert halte ich nicht für bedenklich, solange Werbung als solche auch erkennbar ist. Dies ist hier offensichtlich der Fall. Welches Medium finanziert sich nicht über Werbung ? Erhalten Journalisten kein Entgelt für Ihre Arbeit ? Sind deshalb alle gekauft oder käuflich ?
Dem Autor zu unterstellen, er wäre für seinen Bericht in diesem Blog bezahlt worden bedarf wohl keiner Kommentierung.
Mario Scheuermann kommentiert:
nein, diese Auskunft hat man mir s o nicht gegeben Man hat mir lediglich bestätigt, dass die von mir genannten Zahlen korrekt zitiert sind und zwar aus den offiziellen statistischen Unterlagen des Verbandes und dass man Ihnen auch keine anderen Zahlen genannt haben könne, weil man keine anderen Zahlen habe. Der CIVB und die Agentur haben dies nur so festgestellt. Daraus mag dann jeder seine Schlussfolgerungen ziehen.
mfg Mario Scheuermann
Dr. Andrea Exler kommentiert:
ob jeder seine Schlussforderungen ziehen darf wie es ihm beliebt, und diffamierende Behauptungen über Autoren und Medien verbreiten kann, bleibt abzuwarten.
R. Freudenthaler kommentiert:
als Weinfreund und intressierter Leser dieses Blogs hatte ich in den letzten Jahren niemals auch nur annähernd den Eindruck gewonnen, Hr. Scheuermann könnte als "bezahltes Sprachrohr" Bordelaiser Interessensgruppen fungieren. Eine solche Vermutung auch nur implizit und ohne handfeste Berweise zu äußern, halte ich für sehr bedenklich.
ASM kommentiert:
Bitte, bitte überdenken Sie noch einmal Ihre Strategie, ich befürchte Sie verrennen sich hier.
Ich gehöre ganz sicher nicht zu den vorbehaltlosen Unterstützern von Herrn Scheuermann, verschiedene Diskussionen zwischen Herrn Scheuermann und mir in seinem Weinforum (talk about wine) zeigen dies deutlich.
Nun aber zu Ihrem Artikel, Sie vermischen leider einige Schlagworte, die man immer wieder lesen kann, die zum Teil richtig, oft aber in falschem Zusammenhang dargestellt werden. Was mich immer wieder bei journalistischen Beiträgen wundert, warum fragt man nicht einfach einmal bei jemand nach der damit zu tun hat? z.B. Rufen Sie einfach einmal einen Händler an, der sich bei dem Thema auskennt. Ihre spitze Bemerkung zum Thema Händler weiter oben verstehe ich in diesem Zusammenhang überigens überhaupt nicht.
Richtig ist natürlich, dass Bordeaux, genau wie fast alle Weinregionen dieser Welt, da können Sie auch mit vielen deutschen Winzern sprechen im low- und mid-price Segment Anfang der 2000er Jahre ein großes Problem hatte und teilweise auch heute noch hat. Ähnlich wie in vielen anderen Bereichen der Leensmittelindustrie hat die Macht der großen Händler hier deutlich auf dei Verkaufspreise der Erzeuger gedrückt. Das Topsegment hatte da nie ein Problem und zu deiesem Topsegment gehören nicht nur die 5 Premiers und die Boutique-Erzeuger.
In der Tendenz kommt Ihr Bericht aber auch für das mittlere Segment zu spät, gerade im letzten Jahr, zum Teil aber auch schon 2006 hat es eine Trendwende im Weinhandel gegeben, traditionelle Regionen sind wieder deutlich zugkräftiger und auch beim Thema Bordeaux ist dies zu spüren.
Bekam man vor 3 bis 4 Jahren bei den kleineren Erzeugern der Nebenappellationen noch 4 bis 5 verschiedenen Jahrgänge, sprich die Ernten konnten im Jahr nach der Aufdenmarktbringung nicht abgesetzt werden, so werden Sie heute große Schwierigkeiten haben noch 2004er oder 2005er zu bekommen. Wobei es immer noch Ausnahmen gibt, unbekanntere Erueger aus Seitenappellationen, die vom Handel noch nicht entdeckt sind haben durchaus ihr Problem und oft auch noch einige Jahrgänge in den Kellern liegen.
Da wird sicher in den nächsten Jahren auch noch einiges im LEH und beim Discount auftauchen.
Von einem Winzer weiß ich, dass er noch um 2003 herum überlegt hat Weinberge in einem Golfplatz umzuwandeln, heute überlegt er ob er nicht Flächen dazukaufen sollte um mehr Wein erzeugen zu können. So schnell ändert sich manchmal die Nachfrage.
Natürlich kann ich es mir vorstellen, dass das einen ärgert, wenn ein eigener Bericht öffentlich angegriffen wird, aber als Journalistin sollten Sie schon so souverän sein, dann nicht so unsachlich zu antworten wie Sie das hier getan haben. KOmmen Sie zurück auf eine sachliche Ebene, legen Sie Ihre Rechercheergebnisse dar, so es denn welche gibt (aus Ihrer emotionalen Reaktion heraus befürchte ich allerdings, dass es solche gar nicht gibt), dann kann man über unterschiedliche Interpretationen streiten.
btw. wenn Sie sich an der Bezeichnung Bordeaux ist der Inbegriff für Luxus beim Wein so stören, was wäre denn dann im Weinbereich der Inbegriff von Luxus? Oder gibt es im Weinbereich gar keinen Luxus mehr?
Mit freundlichen und vinophilen Grüssen
Armin Maurer
Marc Schöneberg kommentiert:
Dr. Andrea Exler kommentiert:
vielen Dank für Ihre detaillierten Ausführungen, die ich natürlich schon interessant finde. Ich begrüße es außerdem, dass Sie nun ihre Identität als Händler offengelegt haben.
In der Auseinandersetzung geht es nun allerdings nicht mehr um Einschätzungen, um die sich Ihr Diskussionsbeitrag dreht. Es geht jetzt um die Frage, ob ich die zuständigen Quellen falsch zitiert habe, und dies ist eine handwerklich keineswegs nebensächliche Frage.
Lassen Sie es mich so veranschaulichen: Sich über die Armonen eines Weins zu streiten ist eine Sache. Der Vorwurf, der Wein sei mit unzulässigen Chemikalien geschönt worden, ist eine andere.
anne von blomberg kommentiert:
Sie gehen in Ihrer Kritik an Mario Scheuermanns Blog auch auf "angebliche Patientenforen, gesponsert von der Pharamaindustrie" ein. Dazu habe ich einen interessanten FAZ-Artikel vom 4. Dezember 2006 mit der Überschruft "Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld?" gefunden. Erstaunlicherweise geht es auch dort nur um einen "Verdacht", der nicht mit einem einzige konkreten Beispiel bewiesen wird. Kein Pharma-Unternehmen wird mit Namen genannt, vielleicht weil auch die FAZ Pharma-Anzeigen veröffentlicht?
Von einem so großzügig mit Verdächtigungen umgehenden Bericht auf einen so seriösen Journalisten wie Mario Scheuermann zu schließen, in dessen Blog die Anzeigenkunden klar erkennbar sind, ist journalistisch (und menschlich)nicht korrekt und auch nicht mit dem "Eifer des Gefechts" zu entschuldigen.
Ist es so schwer, sich für einen Fehler beim Nennen von Zahlen zu entschuldigen??? Und die sich daraus ergebene falsche Richtung Ihres Berichtes zu korrigieren? Ohne völlig unbegründbare Verdächtigungen?
Alter Psychotipp an Kinder, die etwas falsch gemacht haben: machs dir leicht - sag tut mir leid.
Anne von Blomberg, Journalistin
Eckhard Supp kommentiert:
Was an den Kommentaren von Frau Dr. Exler so merkwürdig auffällt, ist, mit welcher Hartnäckigkeit sie auf einen unabhängigen (und zwar nicht nur von der Industrie, sondern auch von den großen Verlagen!!) Kollegen loszieht.
Dabei wäre Ihr Anliegen, nämlich gegen die Verluderung der Sitten im Weinjournalismus zu kämpfen, durchaus ehrenwert, hätte sie es nicht durch die Wahl des falschen Gegners so sehr selbst desavouiert.
Warum kritisiert sie denn nicht all die mehr oder weniger deutlichen Korruptionsphänomene, die wir auf ENO WorldWine seit Jahren anprangen, uns dabei aber immer wie der Rufer in der Wüste vorkommen?
- Die große Finanz-Tageszeitung, die sich ihre Weinkolumnen von einem Sylter Weinhändler schreiben lässt, der dann auch noch seinen eigenen Online-Handel als "Bezugsquelle" angeben darf (nicht als Anzeige gekennzeichnet)
- Das große Wochenmagazin, das seine Weinkolumnen lange Zeit von einer Gruppe Weinhändler schreiben ließ - angeblich war man sicher (!), dass es hier nicht zu Interessenkonflikten kommen würden.
- Die große Zahl von Publikationen, die ihre Weinartikel von Sommeliers schreiben lassen, deren kommerzielle Verflechtungen im einen oder anderen Fall nicht einmal ein Geheimnis sind.
- Die "Weinempfehlungen" die eine populäre Foodzeitschrift ausspricht, wobei die Bestellungen allesamt über eine Firma laufen, in deren Aufsichtsrat die Herausgeberin der Zeitschrift sitzt.
und, und, und ...
Diese "Sündenfälle" einmal offen zu legen - und zwar in einem Medium mit weiter Verbreitung wie "Welt online", wäre tatsächlich eine heroische Tat gewesen.
Aber dazu schweigt Kollegin Exler wohl lieber.
Oder täusche ich mich??
Bernd Beckschwarte kommentiert:
es scheint mir, dass Weiterungen hier (im Bordeaux-Blogg) wohl keinen Sinn mehr geben. Hier ist wohl für Fr. Dr. Exler allzu bequem dicke Backen machen. Über den Artikel, den Fr. Dr. Exler zusammenstellte, sollte somit dort diskutiert werden, wo sie ihn veröffentlichen konnte - in der WELT. Per Leserbriefen. Meiner ist schon unterwegs.
Freundlichen Gruß
Bernd Beckschwarte
joe kommentiert:
wenn auch Frau Dr. Exler vielleicht einige Daten und Fakten vertauscht oder wissentlich verfälscht haben sollte, ist es doch lächerlich Sie so an den Pranger zu stellen. Getroffene Hunde bellen bekanntlich, oder liege ich hier falsch?
Aber es ist sicherlich richtig das so mancher Blog von der Weinindustrie gesponsert wird, was ich Herrn Scheuermann natürlich nicht unterstelle, da er durch seine sehr gute Arbeit sicherlich genug Geld mit Anzeigen verdient. Aber ganz ehrlich, glaubt Ihr echt das jemand einen Blog oder ein Forum völlig selbstlos moderiert?
Achja, und mal ehrlich es ist doch wohl nicht falsch, das viele Bordeaux-Häuser Probleme mit dem Absatz haben, natürlich nicht die klassifizierten Gewächse, sondern eher die bürgerlichen, etc. Ihr seid ja sicherlich in der Lage 650 Euro für eine Flaschen 2005er Mouton auf den Tisch zu legen. Na dann Prost!
So und nun warte ich darauf das ich auch zerissen und geächtet werde und vielleicht auch Propaganda gegen mich betrieben wird, am besten über den talk-about-wine verteiler. Herr Scheuermann haben Sie das nötig?
Mit vinophilen Grüßen
Joe, Rächer der Verunglimpften
Karl H. Weecks kommentiert:
Wie auch immer, bitte kein Geld in Anwälte investieren, lieber in Wein - gerne aus Bordeaux. Hatte vor kurzem die Gelegenheit St. Emilion 2006 von ca. 20 Weingüter zu testen. Der Merlot ist anscheinend gut gelungen, die Ansprechpartner der Weingüter, wirkten positiv bemüht dem Interessierten ihrem Wein näher zu bringen - mit Würde und Stolz. Sollten wir es vielleicht den Menschen nachmachen die dafür verantwortlich sind, das wir Wein trinken können.
friedliche Grüße aus Berlin
Friedhelm Mühleib kommentiert:
wer viel schreibt, macht zwangsläufig Fehler. Journalisten stehen heute mehr denn je unter Druck. Wer von uns könnte behaupten, noch jeder Geschichte, jeder Zeile wirklich auf den Grund gegangen zu sein. Deswegen bricht sich keinen Zacken aus der Krone, wer als Außenseiter gerade in der Fachdiskussion zugibt, einer Sache nicht genug auf den Grund gegangen sein (..ich will hier nicht einmal von falscher Recherche sprechen). Im Gegenteil: Das zuzugeben, hätte im Sinne der Argumentation von Frau von Blomberg echten Stil.
Von Dir, lieber Mario, wäre es dann genauso stilvoll, die Debatte schnell zu beenden. Dann hätte der Fall gezeigt: Der Blogger hat seine Funktion als Medienkritiker erfüllt – der kritisierte Inhalt wird korrigiert, die Schlussfolgerungen daraus werden zurecht gerückt. Und das sollte es dann auch gewesen sein. Dass hier ein Sturm im Wasserglas entstanden ist, hat eine wichtige Funktion. Für mich bestätigt es die wachsende Bedeutung von Fachblogs mit Fachpublikum.
Mehr sollte tunlichst nicht aus dem Casus Bordeaux gemacht werden. Er eignet sich weder zur Springer-Schelte noch zu fortgesetzten Unterstellungen gegen Mario Scheuermann, noch zum Aufmarsch sämtlicher Scheuermann-Truppen gegen die Artikelschreiberin. Denn Vorsicht: Auf diesem Weg kann der eigentlich lehrreiche Prozess schnell ins Aberwitzige kippen, und das nutzt keinem mehr; es schadet allen.
Markus Vahlefeld kommentiert:
Natürlich glaube ich das, vor allem weil ich selbst Moderator/Administrator eines Forums bin, ohne auch nur im geringsten irgendein wirtschaftliches Interesse daran zu haben. Im Gegenteil: es kostet mich Zeit und Mühe. Fast täglich. Ob das selbstlos ist? Naja, es bringt Spass und ist interessant. Die bei Ihnen mitschwingende Unterstellung zielt auf ein wirtchaftliches Interesse. Daher mein einziger Kommentar: Sie kennen die Blogger/Foren-Szene schlecht.
Dazu ganz kurz: das Internet hat schon immer vom Schenken gelebt. Das ist die grosse und neue Kraft des www. Es gibt Menschen, die ihre Fähigkeiten anderen schenken - von Linux bis zu Foren. Dass sich die Industrie dieses Konzept zu eigen gemacht hat und inzwischen vermehrt verdeckt in dieser "Schenkszene" auftritt, ändert an der Tatsache nichts, auch wenn Sie und Frau Dr. Exler anderes zu suggerieren versuchen.
Was mich bei der Autorin des WELT-Beitrags überrascht: ihr nicht nur seichter sondern auch in den Details wie der Grundaussage falscher Artikel ist zwar ärgerlich, aber kein Drama. Dramatisch wird er durch die Verteidigungsargumentation. Zu der ist aber bereits alles gesagt worden. Sie ist ein beredtes Beispiel für journalistische Verwahrlosung.
Best
Markus Vahlefeld
Ralf Kaiser kommentiert:
es ist schon erstaunlich: Da werden von Mario Scheuermann diverse sachliche Mängel eines Welt-Online Artikels benannt (sicher nicht ohne die Häme eines Fachjournalisten, der genüsslich die vielen Ungereimtheiten in einem Artikel des Springer-Flaggschiffes seziert) und die Reaktion der Autorin besteht aus persönlichen Angriffe gegen Scheuermann. Man hätte erwarten könnten, dass die Kritik zurückgewiesen und der eigene Artikel, die eigenen Angaben durch Bezugnahme auf weitere Belege oder Quellenangaben verteidigt wird. Aber nein, es folgt nicht ein einziges Wort zur Kritik in der Sache. Was folgt ist Arthur Schopenhauers "Kunstgriff Nr. 38" (aus "Eristische Dialektik"):
Wenn man man merkt, dass der Gegner überlegen ist und man unrecht behalten wird, werde man persönlich und beleidigend.
Mir ist nicht bekannt, aus welchen Quellen Herr Scheuermann seine journalistische Tätigkeit finanziert. Frau Exler scheint es da nicht besser zu gehen, was sie aber nicht daran hindert, üble Behauptungen in Form von Fragen gekleidet im Internet zu verbreiten. Das ihr die Frageform im Falle einer Abmahnung für solche Behauptungen nicht viel nütz, scheint sich in Ihrer Redaktion auch noch nicht herumgesprochen zu haben.
Das ein Journalist, er sich hauptsächlich mit den Thema Wein befasst oder genauer: der regelmäßig über Bordeauxweine schreibt und sie selbst für Zeitschriften bewertet, sich zu Wort meldet, wenn seinem Hauptberufsfeld (zu unrecht) mal wieder eine Krise zugeschrieben werden soll, ist doch wohl verständlich. Ich bräuchte an seiner Stelle auch keine Aufforderung durch Lobbyisten von Sopexa um mich zu Wort zu melden. Das würde schon aus eigenem Antrieb passieren. Ich bin übrigens privater Hobbysammler ohne finanzielle oder berufliche Verstrickungen in die Weinwelt.
Zu guter letzt möchte ich mich hier noch mit ein paar Fakten an der Wahrheitsfindung beteiligen. Seit 1997 sammle ich Listen mit Bordeaux-Primeur-Bewertung. Teilweise stammen sie von einem österreichischen Weinhändler, teilweise habe ich sie selbst zusammengestellt. Allein nach meinen, sicher nicht komplett vollständigen Übersichten wurden Jahr für Jahr von den 12-15 bekanntesten Bordeaux-Primeur-Verkostern zwischen 700 und 800 Weine in sämtlichen Preislagen ab ca. 4 Euro bis open end verkostet. Wenn auch nur wenige Weine wirklich von allen bewertet wurden, wurden fast alle Weine wurden von mehreren Verkostern bewertet. Mitten in der Primeur-Kampagne 2005 (zu diesem Zeitpunkt waren laut meinem Daten erst 60% der Preise bekannt gegeben) waren unter anderem veröffentlicht: von Robert Parker 384 Bewertungen, von James Suckling (WineSpectator) 430 Bewertungen, Decanter 340, Bettane 319, Michael Pronay 307, Tanzer 254, Gabriel (Wein-Wisser) 243, Vinum 197, Jancis Robinson 193 usw.
Damit werden zwar in der Tat weniger als 10% der über 10000 Bordeaux-Weingütern von promineten Verkostern bewertet. Dabei handelt es aber vor allem um die großen und auch mengenmäßig dominanten Weingüter und unter den Tausenden, die weniger Beachtung finden, sind viele Miniweingüter, die mengenmäßig kaum in Gewicht fallen.
Ralf Kaiser, Bonn
Mathias Fahrig kommentiert:
Es ist wirklich nicht einfach an verläßliche Zahlen zu kommen. Hier ein Beispiel von der der Website der SOPEXA:
"Die 79.870 Hektar Reben des Weinbaugebietes Rhône entsprechen circa 18 Prozent der gesamten französischen Weinbaufläche" Damit hätte Frankreich dann eine Rebfläche von rund 444.000 ha.(Statt real ca 870.000ha)
Ich habe gerade zur Rhone recherchiert und bekomme dort auf offiziellen Seiten Angaben zur Anbaufläche zwischen 60.000 und 90.000 ha.
Nachdenklicher als die meisten hier.
Mathias Fahrig
Mario Scheuermann kommentiert:
deshalb habe ich mich bei meinen Recherchen auch nicht auf die Meldungen oder Websites von Agenturen beschränkt sondern mir die Original-Statistiken besorgt in diesem Fall direkt beim Branchenverband. Dort gibt es eine internationale Pressestelle, die eine solche Anfrage binnen einer halben Stunde erledigt. Richtig ist, dass nicht alle Branchenverbände so gut organisiert sind. Das macht die Recherche gelegentlich mühsam. In Ihrem Fall sollten Sie mal auf der Seite von AREV.com nachschauen beziehungsweise bei Eurostat. Dort müssten sie eigentlich aktuelle Zahlen finden.
Gruss Mario Scheuermann
Niko Rechenberg kommentiert:
Was für eine Hybris!
Nicht nur, das eine große Zahl von Wein-Bloggern aus dem Journalismus kommt und weiterhin für Fachzeitschriften arbeitet. Hier wird unterstellt, das Werbung auf Bloggs anrüchig sei. Was für ein verqueres Welt-Bild.
Warum diesen Schritt zurück in die mediale STEINZEIT? Es ist eine Selbstverständlichkeit, das in der Print-Welt Anzeigen stehen, Wein, Autos, Banken. Keiner stört sich daran, natürlich können die Mitarbeiter der Zeitung Die Welt weiterhin unabhängig über Autos und Wein berichten.
Blogger gehen nur als ehrenwert durch, wenn sie OHNE Anzeigen auskommen. Wird hier etwa schlechter recherchiert oder billiger gearbeitet? Das ist mit zweierlei Maß gemessen und die naive Meinung wird vertreten, dass Blogger interessengesteuerte Idioten sind, Print-Journalisten die wahren Helden. Atavistischer geht es nicht!
Natürlich können Blogger genauso unabhängig schreiben wenn sie Werbung auf ihren Seiten haben! Eine gewisse Grauzone ist ein Unternehmen, das in einem eigenen Blog ebenfalls über Produkte schreibt, die das Unternehmen anbietet. Das kann aber auch Kult sein wenn es klar erkennbar ist! Für mich ist das vergleichbar mit einer redaktionellen Beilage (Champagner zu Silvester, die auch nur erscheint, wenn die Hälfte des Seitenaufkommens mit Anzeigen belegt ist). Und, das sind meistens die interessantesten Produktionen ...
Solange es sich nicht um den Fall dreht, das ein Händler einen Journalisten/Blogger dafür bezahlt, das er gut über den Wein schreibt, das er Geld dafür einsteckt, das er ein Auto über den grünen Klee lobt und das schmierige Restaurant so toll findet, weil er den dicken Scheck einstreicht ...
Das wären kriminelle Machenschaffen, die durchaus eine juristische Relevanz haben. Und wenn nicht als Werbung gekennzeichnet, auch von keiner Redaktion oder dem Publikum geduldet werden. Egal ob line oder online.
Grüße, Niko (www.nikos-weinwelten.de)
Wolfgang Fassbender kommentiert:
Niko, du bringst es auf den Punkt - das ist wirklich skurril. Was doch ein kleiner Artikel und die Replik darauf auslösen können. Lieber Eckhard, du hast einen wunden Punkt angesprochen: die Verquickung von Weinjournalismus und Geschäft. Darüber würde es sich zu recherchieren lohnen, aber nicht am Beispiel Bordeaux-Blog. Liebe Andrea, ich habe auch schon Fehler gemacht in Artikeln, und mir sind falsche Namen oder Zahlen durchgegangen. Das passiert, vielleicht unter Zeitdruck, wohl jedem Journalisten mal.
Herzliche Grüße
Wolfgang Faßbender
Eckhard Supp kommentiert:
Aber! Das kann und darf nicht heißen, dass man in einem so weit verbreiteten Medium irgendwelche, auch in sich unstimmigen Zahlen veröffentlicht (und dazu zähle ich die von mir bereits erwähnte "Verdoppelung" der Rebfläche des Bordealais um "20.000 Hektar". Diese Schludrigkeiten wiegen in meinen Augen viel schwerer, als die Tatsache, dass vielleicht jemand die Marktentwicklung für Bordeauxweine in den letzten eineinhalb Jahren verschlafen und einen Artikel auf dem Sachstand von vor zwei Jahren veröffentlicht hat.
Abschließend: Dass auch Wolfgang Fassbender die Verquickungen von Weinjournalismus und Business interessant genug findet, darüber intensiver zu recherchieren, ist für mich ein ermutigendes Zeichen. Wenn noch mehr Kollegen sich in dieser Richtung "aufmachen" würden, wäre es um unseren Ruf besser bestellt. Aber, wie gesagt, bitte am richtigen Objekt!
Rico Etzensperger kommentiert:
Gruß
Rico Etzensperger
Peter Recker kommentiert:
Mit dem Jahrgang 1982 begannen die Weine des Bordelais meine Freude am Genuss zu bereichern. Seit 20 Jahren lebe ich im Süden Frankreichs und nutze die Nähe zu diesem Wein und seinen Winzern; so schmeckt man sich zum kenntnisreichen Laien heran. Und zum Verbraucher , der sich im Dreieck Winzer / Händler / Foires aux vins der Supermärkte bewegt und dort auf ein über die Jahre bemerkenswert verbessertes Qualitätssortiment bezahlbarer Bordeauxweine trifft. Die Wein-Wirklichkeit des Bordelais und des hiesigen Marktangebots belegen, dass Madame Exler in Sachen Bordeaux von keiner Sachkenntnis getrübt ist. Statt den hiesigen Supermärkten 1 € Bouteillen ins Regal zu phantasieren und mit virtuellen Hektaren zu jonglieren, sollte sie zur sauberen Recherche vor Ort an die Gironde reisen: erst lernen, dann schreiben! Ihr Artikel steht einmal mehr für das bedauernswerte Niveau, auf das ihre Zeitung gesunken ist, letztendlich tut man mit der ganzen Diskussion diesem Blatt und der Schreiberin zu viel der Ehre an.
Santé,
Peter Recker
Peer Dörpinghaus kommentiert:
Mike Wood kommentiert:
nun möchte ich das erste Mal insgesamt auf so einer Plattform mitkommentieren. Das Verlangen hatte ich in der Vergangenheit oft beiseite legen können, nun ist der Drang zu stark geworden.
Folgendes fällt mir auf und ein. Der Reihe nach.
Zuerst, Herr Scheuermann, erlauben Sie mir eine Offensive. Es ist bei weitem für mich nicht mehr übersehbar, das Sie ein ausgesprochen höchst persönliches Gewicht in Rede und Gegenrede legen. Zu allen Themen, bei jeder Gelegenheit. Medienwissenschaftler dokumentieren dem Grundgedanken eines persönlichen Bloggs (die es so lang ja noch nicht gibt), dieser ungebremsten Rede- und Schreibfreiheit, genau dort seine Daseinsberechtigung, im Gegensatz zu bisherigen Kommunikationsformaten.
Dies gerät unbedingt in Schieflage, wenn es nicht mehr das private Urlaubs- oder Hobbyforum ist. Mit dem Anspruch einer umfassenden journalistischen Arbeit und der legitimen Verquickung von kommerziellen Partnern für wirtschaftliche Tragfähigkeiten, wie es ja nun bei Ihrem Konstrukt der Fall ist, gelten sofort ganz andere Ethikregeln. Ich hätte es z. B. begrüßt, wenn Sie Ihre anderen Erkenntnisse, Fakten und Schlussfolgerungen zu dem hier diskutierten Thema ebenfalls ohne persönliche Zwischentöne abgeliefert hätten. Fordern Sie die gegenüberliegende Seite zur sachlichen Stellungnahme auf, bleiben Sie neutraler Berichterstatter. Bleiben Sie Journalist. In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an die Auseinandersetzung zuletzt um Hardy Rodenstock. Ich bin noch bis heute mehr als überrascht über Ihre schnelle Positionierung und die grobe Kelle, mit der Sie austeilten. All dies für „einen Freund“. Ich leite einen Wirtschaftsverlag zu ganz anderen Themen. Unser Netzwerk würde zusammenbrechen, wenn wir vergleichbar „persönlich“ agieren würden.
Ich habe Bindungen seit 25 Jahren zu überwiegend italienischen Produzenten, habe den Wandel der Märkte Toskana und insbesondere Piemont mitverfolgt, war lange Zeit Gesellschafter/Geschäftsführer als Direkt-Importeur für italienische Weine und Produkte. Ich habe die „Bühne Wein“ an einigen Stellen sicher bis auf den Grund erforscht. 10 Jahre Vinitaly – auch mit intensivem Blick von der Ausstellerseite – haben mir gezeigt, wer alles unter welcher – oft wechselnder – Flagge bereit ist, zu kämpfen.
Erlauben Sie mir anzufügen, allein das ganze Zahlenmaterial samt Statistiken und Auswertungen in all den Jahren (Mengen, Quoten, Exporte, Marktanteile, etc.) war ausnahmslos immer diskrepant von Quelle zu Quelle. Oft war vor lauter Lobbyarbeit der Wein kaum noch zu sehen. Interessen werden mit überschäumenden Marketingmaßnahmen vorangetrieben. Niemand ist angeblich wirtschaftlich unter fremden Einfluss. Dabei gilt nichts mehr heutzutage, als die oberste Maxime zu schlucken: Wer in einem dschungelartigen Markt wie dem des Weines Erfolg haben will, als Erzeuger, Importeur, Händler, Schreiberling, Portalbetreiber, muss „Abhängigkeiten“ akzeptieren, ja sie aktiv vorantreiben. Das ist soweit auch O.K. Schließlich funktioniert die Welt auch an dieser Stelle so. Nur wer dies kategorisch in Abrede stellt, streut sich meiner Meinung nach selbst Sand in die Augen bzw. versucht dies insbesondere bei anderen. Noch mal: Da kommt keiner von irgendeinem Verband oder sonst einer Lobby mit dem Köfferchen und zahlt für gute Presse / gutes blogging. Die Interessensvereinbarungen laufen auf anderer, oft nonverbaler Ebene. Ohne Kontrakt, aber real. Und das hat auch nichts mit Korruption zu tun.
Es gibt ja alljährlich genügend Reiseberichte all der engagierten Importeure / Händler zu den Verkostungen im Bordeaux. Also man möge mir verzeihen, aber aus erster Hand weiß ich, wie solche Marathons aussehen. Und jeder, aber auch jeder, der einen straffen Zeitplan einhält und in den meist wenigen Tagen Prioritäten setzten muss, verkostet die Weine in Rang und Ansehen von oben nach unten und nicht umgekehrt. Allenfalls bereits im Programm laufende kleinere Weine werden, soweit möglich, von den Fachleuten und Einkäufern terminlich eingeschoben. Wenig, ganz wenig Raum bleibt den optionalen Neuentdeckungen.
Nebenbei noch, wer die Öffentlichkeitsarbeit großer Pharmakonzerne kennt – und ich kenne Sie – der weiß, wie genial Unternehmensziele strategisch in die externe Kommunikation eingelassen werden. Glauben Sie mir, würde der eine oder andere Weinbauverband o. ä. sich einen von dort kommenden hoch dotierten Medienprofi ins Boot holen, hätte man binnen kürzester Zeit ein völlig neues Instrumentarium für die Netzwerkarbeit in den Händen. Da können wir alle nur mit den Ohren schlackern und mal richtig begreifen, was ist Lobbyarbeit.
Frau Dr. Exler, ich denke, das einiges in Ihrem Bericht ggf. der Richtigstellung bedarf bzw. dem weiteren offenen Abgleich mit anderen Zahlen und Fakten. Warum nicht eine zweite Überarbeitung in einigen Wochen in Ihrem Hause nachlegen, sollte sich nachhaltig ergeben, das Korrekturen richtig und wichtig sind. Das wäre doch neuer und verbesserter Umgang mit möglichen Schieflagen. Alle sind glücklich, alle wissen dann mehr und einiges richtiger, so scheint es zurzeit.
Bordeaux. Mmmhh. Ganz kurz noch dazu: Einzelhändler listen seit einigen Jahren nun schon um. Ein großer Filialbetrieb mit Niederlassungen in ganz Deutschland revidiert das Bordeauxsortiment. Preise pfeifen weiterhin sprichwörtlich nach oben ab. Die Absätze verschieben sich doch ganz offensichtlich. Die Gastronomie und Hotellerie legt zu als Abnehmer und in den gut bis sehr gut verdienenden Haushalten findet sich immer weniger hochwertiger Bordeaux. Sehen wir vom Segment der Spitzenverdiener und Superreichen mal ab. Die neuen Märkte als neu mit einzurechnender Faktor sind allen bekannt. Also irgendwas stimmt für den normalen deutschen Weinfreund nicht mehr so richtig mit dem Genuss aus Frankreich. Jedenfalls nicht, wenn es um etablierte, klassifizierte Tropfen geht. Man muss meiner Auffassung nach jeden genau hinterfragen, wenn er sich über Bordeaux äußert. Die einen sprechen in der Tat nämlich weiterhin von den immergleichen allbekannten Namen und Gewächsen. Und das sind meist Profis, egal aus welchem Lager. Der mehr oder weniger informierte Verbraucher abseits eines Vorstandsgehalts hingegen meint dabei schon längst die kleinen, sicher guten, oft eher unbekannten und sog. Alternativen aus dem Bordelais.
Und so ist inzwischen der Barolo und der Barbaresco wieder avanciert zum Tropfen häufigerer Gelegenheit. Und ein Sociando darfs (noch) auch mal sein……und zwei Kollegen/in sollten sich mal auf ein Gläschen Wein zusammensetzen…..und letztlich bleibt ja dennoch der Kern des Artikels von Frau Doktor….unbenommen dem vermutlich unscharfen bis falschen Zahlenmaterial. Die relevanten Kernaussagen…..sind die nicht noch mal herauszurechnen und dennoch eine unaufgeregte Diskussion wert? Den Artikel, den haben doch alle auch wirklich aufmerksam gelesen, oder?
Mit besten Grüßen und mittlerweile längst unabhängig von den sensiblen Hydrauliken der Weinwelt.
Mike Wood
Christoph kommentiert:
http://www.amazon.de/s?ie=UTF8&search-type=ss&index=books-de&field-author=Andrea%20Exler&page=1
Cola ist halt nicht Bordeaux (auch wenn das unbestätigten Gerüchten zufolge einige Chinesen anders sehen - Petrus/Cola). Exler ist nicht Scheuermann. Also.
steda kommentiert:
Durch Frau Doktor selbst werde ich nie mehr einen Artikel von ihr lesen können ohne vorher schon loslachen zu müssen...
Im bestem Falle würde ich den Artikel zur Grundlagenrecherche nehmen, nur um zu schauen wo sie überall falsch lag.
Die Welt selbst war eh schon selten Objekt meiner Begierde... das "selten" wurde durch ein "nie" ersetzt...
Danke, Fr. Dr. !
Dr. Andrea Exler kommentiert:
meine Antwort hat etwas länger gedauert, da ich zuvor die von Herrn Scheuermann insinuierte Behauptung, die zuständigen Quellen hätten mich mangelnder Sorgfalt bezichtigt, bei diesen habe überprüfen lassen.
Der Fall stellt sich nun wie folgt dar:
M. Scheuermanns Tirade reduziert sich bei genauem Hinsehen auf zwei Angaben in meinem Artikel. Erstens ist er der überzeugt, dass der Absatz von Bordeaux in Deutschland zwischen 2001 und 2005 nicht, wie ich geschrieben habe, um ein knappes Drittel zurückgegangen sei, sondern um 22 Prozent. Als Beleg führt er Exportzahlen an, die auch mir vorlagen: Rückgang von 425.418 hl auf 322.359 hl.
Ich kann die Weinfreunde nur ermuntern, einen Taschenrechner zur Hilfe zu nehmen. Sie werden feststellen, dass meine Formulierung unpräzise war, Herrn Scheuermanns Rechnung aber falsch ist.
Zweitens geht es um den Flächenzuwachs. Die von mir genannte Zahl von 20.000 Hektar ist in der Tat falsch. Tatsächlich beträgt der Zuwachs seit Beginn der 80er Jahre mehr als 90.000 Hektar.
Nach der Zahl von 20.000 Hektar, die ich Archivmaterial entnommen hatte, habe ich im Gespräch mit dem Weinbauverband Bordeaux ausdrücklich gefragt. Sie wurde nicht korrigiert. Das verwundert insofern nicht, als dass der tatsächliche, noch viel höhere Zuwachs das Argument der Vermassung und nachlassenden Qualität ja nicht entkräftet, sondern ganz im Gegenteil erhärtet.
Dass M. Scheuermann Zuwendungen aus Bordeaux erhält, wollte der Weinbauverband weder dementieren noch bestätigen.
Das war's.
Die hier veröffentlichten Beschimpfungen und Beleidigungen, die prätentiöse, rot hervorgehobene „Richtigstellung“ meines Artikels, die ebenso plumpen wie spinnerten Drohungen, die hier betriebene Stimmungsmache an die Chefredaktion oder gar an die Verlagsleitung heranzutragen, die wieder und wieder vorgebrachte – schwerwiegende – Beschuldigung, ich hätte die journalistische Sorgfaltspflicht verletzt – das ganze selbstdarstellerische Brimborium bricht ein wie ein Kartenhaus.
Der Vollständigkeit halber sollte ich noch die von Herrn Scheuermann schon anlässlich meines letzten kritischen Artikels über die Weinlobby vorgebrachten Drohungen ergänzen: Durch Manipulation von Suchmaschinenergebnissen für die ständige Präsenz seiner Verunglimpfungen im Internet zu sorgen, oder – wahlweise – seine guten Beziehungen zu einflussreichen Persönlichkeiten zu nutzen, um zu verhindern, dass meine Artikel erscheinen.
Als Frankreich- und Weinliebhaberin kann ich nur sagen, wie schade, dass Bordeaux auf solche Fürsprecher angewiesen ist.
Dr. A. Exler
Markus Vahlefeld kommentiert:
in Kürze:
1. wie kommen Sie darauf, dass seit den 80er Jahren im Bordelais die Qualität nachgelassen habe? Steht das auch in den offiziellen Broschüren, die Ihnen und Mario Scheuermann vorliegen? Oder zitieren Sie jemanden? Wenn ja, wen? Oder sind das Ihre eigenen Degustationserfahrungen?
2. Könnten Sie bitte den Namen des Supermarkts nennen, in dem ein Bordeaux für 1 EUR "verramscht" wird? Das interessiert mich wirklich!
3. Könnten Sie mir links zu Fotos und Filmen nennen, wo die Horde Weinjournalisten im Blitzlichgewitter vor Fassproben gezeigt wird. Im Ernst: ich bin selbst Filmemacher und weiss, WIE schwer es ist, jemanden wie Robert Parker vor die Linse zu bekommen. Ich habe an Ihrer Antwort sozusagen ein berufliches Interesse.
4. Zum Zahlenmaterial beim Rückgang der deutschen Importe: Sie schreiben vor dem Hintergrund, dass die Importe um 24% zurückgingen, dass Scheuermanns Angaben (22%) FALSCH seien, ihre Angaben jedoch (knapp 33%) UNPRÄZISE. Gegenfrage: wie verhältnismässig ist Ihre Wortwahl?
Ich freue mich auf Ihre Antworten,
beste Grüsse
MV
Manfred Nusbaum kommentiert:
Zudem versucht sie, uns für dumm zu verkaufen. Falls die von ihr zitierten Zahlen, die sie zum Beweis der Richtigkeit ihrer Behauptung heranzieht, nun wirklich korrekt sein sollten, bleibt festzustellen:
Frau Dr. Exler bezifferte den Rückgang des Bordeaux-Absatzes mit "ein knappes Drittel", also ca. 33 %. Mario Scheuerman gibt ca. 22 % an. Abgeleitet von den von Frau Dr. Exler genannten Zahlen sind es exakt 24,23 %, was Frau dr. Exler zu dem Kommentar bewegte, ihre Zahlen seien "ungenau", die von Mario Scheuermann aber "falsch". Das ist nur ein Indiz für das seltsame Wahrnehmungsvermögen von Frau Dr. Exler...
Wie wäre es, sehr geehrte Frau Dr. Exler, wenn Sie einfach zugeben würden, dass Sie die in Ihrem Bericht genannten Zahlen nicht selbst ermittelt, sondern ohne weitere Prüfung (und ohne Quellenangabe) übernommen haben? Und: eine Entschuldigung an die Adresse von Mario Scheuermann wäre bestimmt auch angebracht und angemessen.
Beste Grüße und gutes Gelingen für ihren nächsten Bericht aus der Weinszene (ist nicht ironisch gemeint!).
Mario Scheuermann kommentiert:
ich will mich zunächst einmal auf den Teil Ihrer Antwort beschränken, den man als sachlich ansehen kann. Zu den persönlichen Anschuldigungen dann zu gegebenem Zeitpunkt mehr.
>> M. Scheuermanns Tirade reduziert sich bei genauem Hinsehen auf zwei Angaben in >>meinem Artikel.
Das gilt nur dann, wenn man über eine Reihe weiterer falscher Behauptungen in Ihrem Artikel hinweg sieht:
1. Die Fachjournalisten verkosten in Bordeaux nicht „umringt von Kamerateams und Schaulustigen“ wie Sie es schildern, sondern in Klausur.Sie verwechseln dies möglicherweise mit den Händlerpräsentationen. Da herrscht tatsächlich gelegentlich ein mediales Tohuwabohu.
2. Sie probieren nicht „nur die teuersten Tropfen: Margaux, Mouton-Rothschild, Angélus oder Yquem“ wie Sie es darstellen sondern alle(!) klassifizierten Gewächse bis zur fünften Stufe runter und darüber hinaus auch Hunderte von weiteren Weinen bis hin zu Bordeaux A.C und supérieur. Dies lässt sich durch die Veröffentlichungen in Decanter, Wine Spectator, Weinwisser, Falstaff, Vinum, Weinwirtschaft, Degustation usw. usw. mehr als hinreichend belegen.
In dieser verzerrten Darstellung, die jeden Wahrheitsgehalt entbehrt, kann man durchaus eine gezielte Verunglimpfung einer ganzen Berufsgruppe sehen.
3. Die einfachen Winzer haben keineswegs „im Fahrwasser der spekulativen Spitzenweine steigende Gewinne verbucht“ wie Sie es darstellen. Aus der Statistik des CIVB geht eindeutig hervor, dass es zu keinem Zeitpunkt einen signifikanten Anstieg der Preise für Bordeaux A.C. oder Bordeaux supérieur gegeben hat. Im Gegenteil: während der eigentlichen Hausse gaben diese Preise sogar nach. Inzwischen haben sie sich aber wieder bei einem normalen Mittelwert eingependelt.
4. Sie schreiben: „Die Qualität liess nach“. Die Qualität der Bordeauxweine hat seit den 1980er Jahren nach einhelliger Überzeugung der gesamten Fachwelt zugenommen und ist heute sowohl in der Spitze als auch in der Breite auf einem Punkt wie es ihn so noch nie zuvor gegeben hat.
5. Französische Supermärkte verramschen alle möglichen Weine für einen Euro aber keine aus Bordeaux. Jedenfalls ist es mir bis jetzt nicht gelungen einen einzigen Fall zu finden in dem dies dokumentiert ist. Sollten Sie tatsächlich einen solchen Fall belegen können, wären wir Ihnen alle dankbar für diese Information. Da stimme ich Markus Vahlefeld ausdrücklich zu.
6. Es hat in Bordeaux nach meinen Informationen keine Selbstmorde im Zusammenhang mit der Absatzkrise gegeben. Die in der französischen Presse berichteten Selbstmorde fanden hauptsächlich in der Umgebung von Carcassonne in Südfrankreich statt. Aber auch hier: falls Sie Material haben das dies für Bordeaux belegt, wäre dies höchst relevant und würde sicher auch bei mir dazu führen, dass ich die Entwicklung in einem etwas anderen Licht sehen würde.
Sie schreiben weiter:
>>Erstens ist er überzeugt, dass der Absatz von Bordeaux in Deutschland zwischen 2001 >>und 2005 nicht, wie ich geschrieben habe, um ein knappes Drittel zurückgegangen sei, >>sondern um 22 Prozent. Als Beleg führt er Exportzahlen an, die auch mir vorlagen: >>Rückgang von 425.418 hl auf 322.359 hl. Ich kann die Weinfreunde nur ermuntern, >>einen Taschenrechner zur Hilfe zu nehmen. Sie werden feststellen, dass meine >>Formulierung unpräzise war, Herrn Scheuermanns Rechnung aber falsch ist.
Richtig. Es waren 24 Prozent. Wir haben uns beide verrechnet. Ich mich um 2 Prozent, Sie um knapp 7 bis 8 Prozent. Das ist aber immer noch nicht ein knappes Drittel sondern ein knappes Viertel. Ich habe meinen Fehler inzwischen für jedermann erkennbar korrigiert. Auf Ihre Korrekturen bei WELT online warten wir bislang vergeblich.
>>Zweitens geht es um den Flächenzuwachs. Die von mir genannte Zahl von 20.000 >>Hektar ist in der Tat falsch. Tatsächlich beträgt der Zuwachs seit Beginn der 80er Jahre >>mehr als 90.000 Hektar.
Dies ist nach den uns beiden vorliegenden Statistiken des CIVB ebenso falsch. Für 1981 wird die Fläche Bordeaux AOC total mit 77.756 ha angegeben. 2005 waren es 123.373 ha. Die Differenz sind: 45.617 ha. Und nicht 90.000 Hektar.
Warum gestehen Sie nicht ganz einfach ein, nicht sorgfältig genug recherchiert zu haben und deshalb zu einer teilweise falschen Meinung gelangt zu sein? Auch diese kann man korrigieren. Ich denke, so etwas ist schon einigen von uns passiert, und es ist natürlich unangenehm, aber einen Artikel zurückziehen und eine neue, berichtigte Version zu schreiben ist nun wirklich nichts Ehrenrühriges.
Mfg Mario Scheuermann
Detlef Kiesewalter kommentiert:
"Doch von 1960 bis Ende der 1980er-Jahre erlebte der Bordeaux-Wein erneut eine Blütezeit, die mit einer bemerkenswerten Verbesserung der Qualität und einem weltweiten Interesse an den großen Weinen einherging."
Na, da scheint auch der Guide Hachette schlecht recherchiert zu haben.
Mfg Detlef Kiesewalter
Mario Scheuermann kommentiert:
Gruss Mario Scheuermann
Markus Vahlefeld kommentiert:
ich kann in dem von Ihnen angeführten Zitat keinen Zusammenhang zu der Aussage von Frau Exler herstellen, dass in den letzten Jahren die Qualität abgenommen haben soll. Oder übersehe ich da etwas?
Beste Grüsse
Klaus Spöhrer kommentiert:
könnten Sie bitte eingedenk Ihrer letzten Bemerkungen (folgen "Zitate"):
"M. Scheuermanns Tirade ..."
"Dass M. Scheuermann Zuwendungen aus Bordeaux erhält, wollte der Weinbauverband weder dementieren noch bestätigen."
"Die hier veröffentlichten Beschimpfungen und Beleidigungen ..."
"die ebenso plumpen wie spinnerten Drohungen ..."
"die hier betriebene Stimmungsmache ..."
"die ... Beschuldigung, ich hätte die journalistische Sorgfaltspflicht verletzt ..."
"Durch Manipulation von Suchmaschinenergebnissen ..."
mit dem Hick-Hack nicht einfach mal "Aufhören!!!"
Denn Ihr letztes Zitat (folgt jetzt):
"das ganze selbstdarstellerische Brimborium bricht ein wie ein Kartenhaus."
könnte sich durchaus auch auf Ihre Beiträge beziehen.
D a n k e .
MfG, Klaus Spöhrer
Mario Scheuermann kommentiert:
Gruss Mario Scheuermann
Bernd Beckschwarte kommentiert:
Sie versuchte in der Folge meines Leserbriefes an die "Welt" noch einen dreisten Email- Fortsetzungs- "Dialog", ohne allerdings auf die von mir spezifizierten Punkte (insbesondere die Qualitäts-Behauptung) einzugehen. Statt dessen irgendein Habitus, der da denken machen solle, sie "sei doch nicht so..", und sie wolle weitere Kommunikation.
Alles weiter in diesem Stil des Selbstüberzeugten bis -überhobenen.
Ich habe (für mich dankend) verzichtet.
Ich kann mittlerweile diejenigen, deren berufliche Reputation daran hängt, allerbest verstehen, die solchen Touren eines völlig kritik- und merkbefreiten "Journalismus"-Verständnisses a la Frau Dr. Exler dann irgendwann nur noch eine Feststellungs- und Unterlassungsklage entgegensetzen. Ja, noch einen Schritt weiter: die selbstüberhobene, im eigenen Begriffsverständnis "mächtige" deutsche "Topadresse" (hier mal WELT, kann aber auch STERN oder SPIEGEL sein) sollte mit solchen schnoddrig hergerotzten "Artikeln" mal böse und vor allem öffentlich wirksam Schiffbruch erleben. Es ist zum Speien, wie ein Thema (hier mal exemplarisch: Bordeauxwein) von weitestenteils ahnungslosen Dreistschreibserern in den Dreck getreten werden kann, ohne dass das in irgendeiner Weise eine angemessenen öffentliche Rezeption erfährt. Einzige Reaktion auf meinen Leserbrief war wiederum eine Mail belang- und bezugsfreien Inhaltes von Frau Dr. Exler (auf meine Äußerungen in keiner Weise bezogen. Nur eine umgestellte Wiederholung ihrer fast schon autistisch scheinenden Selbstsicht rund ihres "Artikels".) Die Öberen bei der "Welt" meinten sich wohl abschotten lassen zu sollen. Da mag man mit diesem Laden keine Kommunkation mehr versuchen.
Die WELT kaufte ich eh nicht oft, nun aber deutlich entschlossen nicht mehr. Zu doof ist mir so ein dickbackiger Laden.
Freundlichen Gruß ansonsten in diese Runde
Bitte Emailadresse oder Homepage angeben. Kein HTML-Code erlaubt, Weblinks in der Form http://beispiel.de werden automatisch in Links umgewandelt.










