Montag, 09.01.2012

Crash oder Korrektur?

Auf den ersten Blick scheint der aktuelle Kursverlauf des Londoner Fine Wine Index Liv-ex 100 einen Crash des Marktes für Spitzenweine anzuzeigen und es fehlt derzeit nicht an entsprechenden Prognosen von Analysten. Seit dem Höchststand im Sommer des vergangenen Jahres ist der Index um 78,33 Punkte gefallen. Das entspricht einem Minus von 21,5 Prozent. Die langfristige Jahresrendite berechnet nach dem Kursstand 2004 (= 100 Punkte) ist von 21 Prozent auf 14 Prozent gesunken.



Schaut man sich die Charts aber genauer an, liegt der Schluss nahe, dass die derzeitige Abwärtsbewegung nicht zwangsläufig in einen Absturz der Preise führen muss. Die liegen heute noch weit über dem Niveau der letzten Korrektur in den Jahren 2008/2009. Der aktuelle Kursstand entspricht immer noch dem vom April 2010. Ausserdem wurde im vergangenen Jahr der Verlauf des Liv-ex durch den irrealen Hype um den 2008er Château Lafite verzerrt. Seine exorbitanten Preissteigerungen waren ein singuläres Ereignis basierend auf Faktoren, die mit dem Wein und seiner Qualität nichts zu tun hatten, sondern auf dem chinesischen Glauben an die Glückszahl 8. Inzwischen hat sich auch in China herumgesprochen, dass der Jahrgang 2008 allenfalls von mittelmässiger Qualität ist, jedenfalls kein aussergewöhnliches Renommee besitzt. Da aber Prestigedenken eine wesentliche Triebfeder für chinesische Weineinkäufer ist, führte dies jetzt dazu, dass der Preis für Lafite 2008 überproportional nachgab und zwar von 17.000 Euro für die OHK auf 9.800 Euro. Das entspricht einem Rückgang von 45 Prozent. So hat dieser Wein erst den Höhenflug und jetzt den Sinkflug des Liv-ex verstärkt. Man hätte diesen Wein nie in den Index aufnehmen bzw. Ihn rechtzeitig rausnehmen müssen.

Sonntag, 08.01.2012

Auktionssaison startet mit Bordeaux-Highlight

Am kommenden Wochenende (13./14 Januar) beginnt in Hong Kong die Auktionssaison 2012 mit einem absoluten Bordeaux-Highlight. Bei der ersten Versteigerung des Jahres des Auktionshausees Acker Merrall & Condit’s kommt eine Doppelmagnum Château Lafite aus dem Spitzenjahrgang 1870 unter dem Hammer. Dies dürfte eine der seltensten Flaschen sein, die es derzeit in der Welt der feinen Weine gibt. Sie stammte ursprünglich aus dem Keller des Weingutes und wurde im Dezember 20003 in Paris im Hotel Crillon erstmals versteigert. Ein weiteres Highlight der Auktion ist eine Kollektion von Château Palmer mit einer kompletten Serie von 1990 bis 2010. Der Katalog umfasst insgesamt 992 Lots meist Bordeaux und rare Burgunder wie komplette Kisten DRC aus den Jahren 1985, 1990 und 2001 sowie einige seltene kalifornische Cabernet wie acht Jahrgänge Screaming Eagle, eine Kiste 2000 Pétrus, sechs Magnums 2000 Lafite and eine Flasche sowie eine Magnum 1949 Latour.

Chinesen kaufen weitere Bordeaux-Châteaux

Chinesische Investoren haben zwei weitere Weingüter in der den Appelationen Bordeaux und Côtes de Bordeaux gekauft. Es handelt sich um Château Lezongars in Villenave-de Rions und Château Grand Branet,in Capain. Beide Betriebe liegen in der Rehgion Entre-Deux-Mers östlich von Bordeaux und südlich von Saint Emilion. Ein Kaufpreise wurde nicht genannt. Damit befinden sich jetzt 15 Bordelaiser Weingüter in chinesischer Hand. Über zwei weitere darunter Château Grand Moueys wird laut Presseberichten derzeit verhandelt. Grand Moueys gehört seit 1989 der Bremer Weinhändlerfamilie Bömers, ehemals Eigentümer des Weinimporteurs Reidemeister & Ulrichs.

Donnerstag, 03.11.2011

So wirbt Bordeaux für seine Zukunft

In einem Interview mit der Bordelaiser Tageszeitung Sud Ouest hat François Jumeau, seit kurzem Marketingdirektor des Conseil interprofessionnel du vin de Bordeaux (CIVB), die neue Werbekampagne des Verbandes vorgestellt. Mit Motiven, die von der zur Publicis-Gruppe gehörenden Pariser Werbeagentur Marcel entwickelt wurden, will der CIVB auf den wichtigsten Absatzmärkten Imagewerbung für die Weine der Region betreiben. Die Motive werden in Print- und Onlinemedien in Frankreich. Belgien, Deutschland, USA, China und Japan geschaltet. Die neue Kampagne ist Teil des Zukunftsplans der Branche, dem „Plan Bordeaux Demain“ mit dem das ramponierte Image von Bordeaux aufgewertet werden soll. Für die Kampagne werden laut Jumeau sieben Millionen Euro aufgewandt. Das sind immerhin 40 Prozent des CIVB Gesamtetats von 17 Millionen Euro.



Die drei in Bordeaux vorgestellten Motive zeigen beschauliche Stillleben mit Bordeauxflaschen und gefüllten Gläsern in einem konservativ gediegenen Ambiente. Ausser diesen Stillleben inszenierte die schwedischen Fotografin und Künstlerin Denise Grünstein romantische Motive mit Verzehr- und Genussmomenten. Das französische Motto „Bordeaux, des vins, un style“ erscheint in Deutschland als „Bordeaux Wein. Leben mit Stil“.



Zielgruppe sind laut CIVB urbane und genussorientierte Menschen über dreißig – in die heutige Welt der Bordeaux-Weine entführen sollen. Gezeigt wird die französische „l’art de vivre“, die Lebenskunst/der Lebensstil. Wie man mit einer derart langweiligen und antiquierten Kampagne neue und junge Konsumentenschichten für Bordeaux begeistern will, was dringend notwendig wäre, erschliesst sich mir absolut nicht. Die Motive werden in Deutschland vom 31. Oktober 2011 bis zum 15. Januar 2012 über die Mediaagentur HMS VIZEUM geschaltet.und zwar in Frauen- und News-Magazinen sowie in Wein- und Gastronomiemagazinen auf Frauen-, Gastronomie- und Informationswebsites. In Berlin gibt es zusätzlich eine Plakatkampagne.

Dienstag, 25.10.2011

Lagerfeld-Label für Rauzan-Ségla

Gegründet im Jahr 1661 von Pierre de Rauzan feiert Château Rauzan-Ségla in diesem Jahr sein 350jähriges Bestehen und zugleich mit 2009 die Veröffentlichung eines der besten Jahrgänge der vergangenen Jahrzehnte.



Aus diesem Anlass beauftragte das Pariser Modehaus Chanel, das diesen Deuxième Grand Cru Classé im Herzen von Margaux 1994 erwarb, seinen Chefdesigner Karl Lagerfeld ein spezielles Label für den Millesime des Jahrgangs 2009 zu entwerfen, das heute vorgestellt wurde. Dieses einmalige Design dürfte den Wein, der zur Zeit in der Subskription für knapp !00 Euro gehandelt wird, bis zu seinem offiziellen Erscheinen im Frühjahr 2012 zu einem begehrten Sammelobjekt bei der Luxusklientel machen.


Donnerstag, 13.10.2011

Quo vadis, Bordeaux?

Die erste Dekade des 21. Jahrhunderts bescherte Bordeaux einen Paradigmenwechsel. Man kann ihn in einem Satz zusammenfassen: Es gibt keine Jahrhundertjahrgänge mehr. Jahrgänge wie 1961 oder 1982, die man noch zu Recht als Jahrhundertereignisse feierte, drohen zur Normalität zu werden. 2005, 2009, 2010: Dieses Super-Trio hat zu einem der verrücktesten Hypes geführt, die die Weinwelt je erlebt hat – mit Flaschenpreisen von über 1.000 Euro für Spitzengewächse, die noch im Fass liegen. Die beiden Hauptursachen sind die Auswirkungen des Klimawandels auf die Weinberge und die China-Fantasie im Markt. Da stellt sich die Frage: Wie geht das weiter. In der neuen Ausgabe Falstaff Magazins habe ich versucht eine Antwort darauf zu geben: Quo vadis Bordeaux?

Sonntag, 02.10.2011

In Hongkong sind Grossflaschen gefragt

Am ersten Tag der Sotheby’s Herbstauktion in Hongkong wurde nach Angaben des Unternehmens ein Umsatz von 3,5 Millionen US-Dollar erzielt. Den höchsten Zuschlag erhielt eine Kiste Château Petrus 1990 mit 43.512 US-Dollar. Vor allem Grossformate wie Magnum und Doppelmagnum oder grösser waren gefragt. Sechs Magnums Latour brachten 40.404 US-Dollar. Auch für Grossflaschen von Château Margaux und Château Lafite-Rothschild gab es starkes Interesse der Bieter.

Sonntag, 04.09.2011

Halbe Million Dollar für 300 Flaschen Lafite

In Hong Kong wurde bei einer Christie´s- Auktion am Wochenende eine Sammlung mit 300 Flaschen von Château Lafite Rothschild für 539.280 US-Dollar (379.521 Euro) zugeschlagen. Auch wenn damit der Schätzpreis nicht ganz erreicht wurde, ist dies der höchste Preis, der in diesem Jahr für ein einzelnes Lot erzielt wurde. Die Sammlung enthält 25 Kisten mit jeweils zwölf Flaschen der Lafite-Jahrgänge von 1981 bis 2005. Käufer ist nach Angaben des Auktionshauses ein chinesischer Geschäftsmann. Ingesamt wurde an diesem ersten von zwei Auktionstagen ein Umsatz von 7,7 Millionen US-Dollar (5,4 Mio. Euro) erzielt.

Donnerstag, 18.08.2011

Ernteimpressionen Carbonnieux III

Ernteimpressionen Carbonnieux II



Neben Château Carbonnieux haben heute auch die beiden Nachbarn Château Smith Haut Lafitte und Château Latour Martillac mit der Ernte begonnen. Deren Weinberge liegen auf ähnlich heissen, steinigen Terroirs…

Ernteimpressionen Carbonnieux I



Der Erntebeginn heute in Bordeaux war tatsächlich wohl der früheste seit seit 118 Jahren. Für ein vergleichbares Datum muss man in den Chroniken bis 1893 zurückgehen. Zwar waren auch die Jahre 1997 und 2003 sehr früh, aber doch später als 2011

Auch Château d´Yquem hat mit der Lese begonnen

Auch in Sauternes hat heute die Weissweinlese begonnen. Château d`Yquem erntet zur Zeit den Sauvignon Blanc für seinen trockenen Weisswein „Y“ Diese Lese soll bereits in der ersten Septemberwoche beendet sein. Der Rosé-Produzent Château de Sours in St. Quentin de Baron im Entre deux Mers südlich von Saint-Emillion hat sogar bereits mit der Lese der beiden roten Sorten Merlot und Cabernet Sauvignon begonnen. Aus dem Lesegut wird ein Rosé-Schaumwein gekeltert. Laut Martin Krajewski, Besitzer von Château de Sours, liegt dieses Datum 18 Tage früher als der bisher früheste Lesebeginn (4. September).

Mittwoch, 17.08.2011

Château Carbonnieux beginnt mit der Weissweinlese

Château Carbonnieux, einer der Grand Cru Classé in Graves, hat angekündigt, dass er am morgigen Donnerstag mit der Lese der weissen Trauben anfangen wird. Damit liegt der Erntebeginn in Bordeaux in diesem Jahr 16 Tage vor dem Termin von 2010. Damals schickte Château Haut-Brion in Pessac-Léognan am 2. September erstmals seine Leser in den Weinberg. Carbonnieux wird um 8 h früh mit der Lese in seinen Sauvignon blanc Parzellen beginnen. Ein letzter Test erbrachte heute ein Alkoholevel zwischen 12,9 und 13,2 % vol. und Säurewerte um die 4gL. Nach Ansicht der Besitzer Eric und Philibert Perrin sind dies optimale Bedingungen um mit der Lese zu beginnen, die etwa zehn Tage in Anspruch nehmen wird. Danach folgen dann der Semillon und die roten Sorten. Angesichts des trockenen, sonnigen und sehr warmen Wetters, das zur Zeit in Bordeaux herrscht, dürften die Alkoholwerte beim Sauvignon während der Lese auf 14 % vol. und mehr steigen.

Dienstag, 16.08.2011

Bordeaux erwartet grössere Weinernte

Der Statistischen Dienst Agreste des französischen Landwirtschaftsministeriums hat eine erste offizielle Ernteschätzung vorgelegt. Das diesjährige Weinaufkommen in Südwestfrankreich, das die Departements Dordogne, Haute Garonne, Gers, Landes, Lot-et-Garonne, Tarn und Tarn-et-Garonne umfasst, soll demnach mit 5,44 Millionen Hektolitern um acht Prozent höher ausfallen als im Vorjahr. Für das Anbaugebiet Bordeaux wird ein Mengenzuwachs um zwei Prozent auf 6,1 Millionen Hektoliter prognostiziert; der mehrjährige Durchschnitt würde damit um fünf Prozent übertroffen. Insgesamt dürften laut Agreste 2011 in Frankreich 47,9 Millionen Hektoliter Wein geerntet werden. Dies wären sechs Prozent mehr als 2010. Diese war allerdings mit 45,4 Millionen Hektoliter eine der niedrigsten der vergangenen Jahre. Der Durchschnitt der Jahre 2006 bis 2010 würde mit der diesjährigen Ernte um zwei Prozent übertroffen.

Montag, 15.08.2011

Sonnenbrand und Regenmangel in Pomerol

In einem Interview wenige Wochen vor Erntebeginn spricht der britische Weinhändler Andrew Black mit Alexandre Thienpont von Vieux Château Certan über den bisherigen Verlauf der Vegetations- und Reifeperiode in Pomerol. Was dieser zu berichten hat, klingt teilweise wenig erfreulich. BIs zu 20 Prozent Sonnenbrand auf den Trauben in einzelnen Lagen und nach wie vor eher zu wenig Regen. Dies trifft wohl nur auf relativ kleine, besonders heisse Bereiche der Bordelaiser Weinberge auf dem rechten Ufer zu; denn im Médoc beispielsweise gab es in den vergangenen Wochen teilweise deutlich mehr Regen. Auch haben viele Weingüter rechtzeitig mit einer angepassten Laubarbeit reagiert und für den in der kritischen Phase nötigen Schatten gesorgt. Ich erinnere mit an eine Aussage von Christian Moueix über den Jahrgang 2003: die Laubarbeit wird eines der wichtigsten Instrumente in der Zukunft sein und wir können da von den Kaliforniern viel lernen. Hier das Interview im englischen Wortlaut:

Frage By all accounts, 2011 has started less auspiciously, because the vines were scorched by 41°C temperatures in the spring, and parts of Pomerol were badly affected.
Thienpont Yes, I’ve never seen anything like it in my 26 years at VCC. Parts of the vines were scorched by the sun.
Frage How badly were you affected?
Thienpont Around 20% of the crop on west-facing vines was sunburnt.
Frage Presumably, those grapes are completely lost...
Thienpont Yes, they were burnt and dried up. We had to go through the vines snipping off the burnt berries, firstly as a precaution to avoid any contamination of unaffected fruit and secondly for psychological reasons –it wasn’t a pretty sight!

Mittwoch, 10.08.2011

Boomende Fälschungsindustrie in China

Der in der chinesischen Hauptstadt Beijing lebende Weinimporteur Romain Vandevoorde berichtet heute im Sud Ouest über den boomenden Markt mit Weinfälschungen in China. Alles sei in dem Land gegenwärtig möglich. Der Bordeaux-Boom habe eine blühende Fälschungsindustrie hervorgebracht. In China sind nach seiner Darstellung derzeit mehr Flaschen Lafite 1982 im Umlauf als das Château damals produziert hat. Auch zahlreiche andere Grands Crus würden gefälscht, gefüllt mit farbigem Zuckerwasser, künstlich aromatisiert etc.. Man könne diese Fälschungen zwar oft leicht an groben Schreibfehlern auf den Etiketten wie „Chatelet Latour", "Laffite" oder "Lafitte" erkennen, aber dafür fehlten vielen Chinesen die nötigen Kenntnisse. Andererseits merkt er aber auch an, dass derzeit die Wein-Schulen und -Kurse boomten, in denen man das nötige Wissen erwerben könne. Vandevoorde betreibt in Beijing die Firme Le Baron Art of Wine und hat u.a. Weine von Bernard Magrez und andere Bordelaiser Gewächse im Portfolio, handelt aber auch mit Champagner, Burgundern und Rhôneweinen.

Sonntag, 07.08.2011

Come Rain or Come Shine

Der Titel dieses Jazz-Klassikers von Harold Arlen versehen mit einem Fragezeichen beschreibt treffend die Situation in Bordeaux vier Wochen vor Erntebeginn. Die kommenden zwei, drei August-Wochen werden über die Qualität des Jahrgangs 2011 entscheiden. Nach den Regenfällen der vergangenen beiden Wochen hoffen die Winzer jetzt auf warmes und vor allem trockenes Wetter. Die mittelfristige Vorhersage von Météo France gibt Anlass zu Optimismus; denn die sagt für die kommende Woche Sonne und Temperaturen bis 31 Grad voraus. Auch wenn es Stimmen gibt, die den Jahrgang kritisch sehen, sind die Voraussetzungen nach wie vor gut. Nach einem sehr warmen und vor allem sehr trockenen Frühjahr und Frühsommer kam der Regen in der zweiten Julihälfte gerade noch rechtzeitig um ernste Schäden von den Junganlagen abzuwenden. Die Einschätzung („early but not great“) von Gavin Quinney im Liv-ex-Blog wonach es zuviel Regen gegeben habe und deshalb die Gefahr von Fäulnis bestehe, mochten meine Gesprächspartner in Bordeaux so nicht teilen auch wenn sich derzeit keiner eine Qualitäts-Prognose zutraute. 2011 sei jedenfalls nach wie vor ein extrem trockenes Jahr. Die Regenmenge liegt kaum höher als die Hälfte des langjährigen Durchschnitts. Ein Blick in die einzelnen Regionen zeigt, dass es Ende Juli, Anfang August im Médoc beispielsweise zwischen 70 und 80 mm Niederschläge verteilt auf drei Wochen gegeben hat. In Saint Emilion waren es dagegen nur 40 bis 50 mm. Eine gewisse Fäulnisproblematik ist im Ansatz da. Aber ob die sich wie 2006 entwickeln oder wegtrocknen wird, hängte wie gesagt von den kommenden drei Wochen ab. Sicher scheint allerdings zu sein, dass die Lese wohl nicht schon in der letzten Augustwoche sondern eher in der ersten Septemberwoche beginnen wird.

Montag, 04.07.2011

Extrem frühe Véraison beim Merlot

Der Jahrgang 2011 hat alle Chancen in jeder Hinsicht als einer der frühesten in die moderne Geschichte des Bordelaiser Weinbaus einzugehen. Heute erreichte mich dieses Foto aus einem Weinberg von Château La Tour Figeac in Saint Emilion. Darauf sind die ersten Merlot-Trauben zu sehen, die sich rot zu färben beginnen.



Normalerweise beginnt dieser Véraison genannte Prozess frühestens Ende Juli wie zum Beispiel im vergangenen Jahr oder auch erst Anfang August. In diesem Jahr ist die Natur in allen wichtigen Etappen des Jahreszyklus, begonnen bei Austrieb und Blüte um gut drei Wochen voraus. Eine extrem früher Erntebeginn Ende August oder Anfang September wird immer wahrscheinlicher. Das einzige was den Winzern derzeit zur vollkommenen Zufriedenheit in diesem Jahr fehlt ist Regen. Nur der ist nach wie vor nicht in Sicht. Vor allem jüngere Anlagen leiden bereits sehr unter Trockenstress.

Freitag, 01.07.2011

Finale Grande am Place Bordeaux

Mit einem spektakulären Preisfeuerwerk erreichte heute die diesjährige Primeurkampagne ihren Höhepunkt. Jetzt haben die Käufer das Wort. Bis auf Pétrus und Le Pin sind alle wichtigen Châteaux mit ihren Preisen für den Jahrgang 2010 auf dem Markt. Den Vogel abgeschossen hat ganz klar Château Ausone, das sich mit 1.120 Euro ex –Negociant (+16,6 %) an die Spitze setzte gefolgt con Château Cheval blanc, das zunächst zu 850 Euro herauskam ( + 21 %) inzwischen aber auch schon für 880 und 900 Euro angeboten wird. Château Latour liegt erwartungsgemäss deutlich an der Spitze der Premiers vom linken Ufer und zwar bei 780 Euro (+30 %). Dies hatte sich schon mit dem Erscheinen von Les Forts de Latour angedeutet, dessen Preis weit über dem der anderen Zweitweine lag. Nachzutragen bleibt Château Pavie mit 225 Euro (+ 14,8 %) und Château d´Yquem, das seinen preis um 22 Prozent auf 420 Euro senkte und damit der Tatsache Rechnung trägt, dass 2011 alles andere als ein hervorragender Sauternes-Jahrgang ist.

Haut-Brion mit Höchstpreis

Bis auf Château Latour sind jetzt alles Premiers vom linken Ufer auf dem Markt. Heute kam Haut Brion mit 660 Euro ex-Negociant heraus. Das sind plus zehn Prozent im Vergleich zu 2009 und der bisherige Spitzenpreis . Der Zweitwein Clarence Haut Brion folgte mit 108 (Euro (+ 20 %) der Vorgabe von Margaux und Lafite. Dagegen brüllte der Löwe aus St. Julien dieses Jahr deutlich leiser als in den Vorjahren. Mit 198 Euro blieb Leoville Las Cases 11 Prozent unter dem Vorjahrespreis. Angesicht der nicht ganz überzeugenden Qualität des Weines durchaus konsequent und geprägt von korrekter Selbsterkenntnis. Auch auf dem rechten Ufer gab es Bewegung. Château Angelus träumt weiter den chinesischen Traum und kam mit 225 Euro (+ 7,2 %) raus. Während Bellevue Mondotte mit 216 Euro beim Preis von 2009 blieb, soll Pavie Decesse 6,8 Prozent mehr kosten als 2009 nämlich 125 Euro. Jetzt fehlen hier noch Cheval blanc, Ausone, Pavie, Le Pin und Pétrus dann ist diese Kampagne gelaufen.

Mittwoch, 29.06.2011

Jetzt geht’s rund

Das von den Spitzenchâteaux in Bordeaux angestrebte neue Preisgefüge wird immer deutlicher. 600 Euro als Mindestpreis für die Premier Crus und Weine mit ähnlichem Status und über 100 Euro für die entsprechenden Zweitweine. So kamen eben Lafite mit 600 Euro (+ 9 %) und auch la Mission Haut Brion (+11,1 %) heraus. Die Zweitweine Carruades de Lafite 108 Euro (+58.8%), Chapelle Mission Haut Brion ebenfalls 108 Euro (+ 80 %) und Fort de Latour 162 Euro (+82 %). Auch sonst ging´s heute rund auf dem Bordelaiser Parkett: Figeac 168 Euro (+5%), Eglise Clinet 276 Euro (gleicher Preis wie 2009) und Beausejour Duffau Lagarosse 180 Euro (+ 171,2 %).

Dienstag, 28.06.2011

Château Mouton geht mit 600 Euro an den Start

Nach Château Margaux hat heute Nachmittag auch Château Mouton-Rothschild das Geheimnis um den Preis für den Jahrgang 2010 gelüftet. Mit 600 Euro ex-Negociant ist er neun Prozent teurer als 2009. Allerdings wurden in der ersten Tranche dem Handel nur ein Drittel der verfügbaren Menge angeboten. Das lässt dem Château beim Preis noch Spielraum nach oben offen. Weitere Veröffentlichungen des heutigen Tages: Vieux Château Certan zu 180 Euro (+ 15,4 %), Conseillante zu 150 Euro (+8,7 &%) und Troplong Mondot zu 98,50 (+9,3 %). Damit ist die Richtung für die noch ausstehenden Top-Châteaux wie Haut-Brion, Leoville Las Cases, Lafite, Latour, Ausone, Cheval-Blanc, Pétrus etc. klar vorgegeben.

Preishammer Petit Mouton

Nach den Paukenschlägen von gestern, klangen die Preisnachrichten aus Bordeaux heute früh zunächst etwas moderater. Château Palmer – immerhin mit dem besten Jahrgang sei t dem legendären 1961er – blieb preislich auf dem Niveau von 2009: 215 Euro ex-Negociant. Andere wie Château Ducru Beaucaillou und La Mondotte kamen zu niedrigeren Preisen heraus: Ducru zu 150 Euro (-16,7 %) und La Mondotte zu 236 ( - 3,4 %). Pichon Comtesse folgte mit 138 Euro (- 6,1 %) diesem Beispiel. Doch um kurz nach elf dann der nächste Hammer: Petit Mouton für 108 Euro. Das ist ein Plus von 80 Prozent. Madame und ihr Team haben sich da ganz klar an der Vorgabe von Pavillon Rouge, dem Zweitwein von Château Margaux orientiert, weil nur sein kann, was sein darf. So werden die Spielchen in Bordewaux gespielt, ob das deutschen Käufern gefällt oder nicht.

Die Nachrichten über die Abverkäufe sind im Übrigen höchst widersprüchlich. Während Cos von einigen Negociants trotz des Preisabschlags von 5,7 % offenbar heute unter diesem Preis angeboten wird, soll Margaux (allerdings bei sehr niedrigen Zuteilungen) trotz Preiserhöhung bereits ausverkauft sein und es eine zweite Tranche geben, über deren Höhe und Menge aber bislang nicht durchgesickert ist. Dagegen ist Ducru inzwischen mit einer zweiten Tranche zu 165 Euro auf den Markt gekommen. Eines scheint klar: die Spaltung des Marktes geht gnadenlos weiter auch auf diesem hohen Niveau. Wer nehmen kann, was er will, der tut das auch. Die anderen müssen sehen, wo sie bleiben.

Montag, 27.06.2011

Die Endrunde hat begonnen

Eine ganze Woche lang war Ruhe an der Preisfront; denn die Weinwelt traf sich zur Vinexpo in Bordeaux. Von der erwartete man Klarheit, wohin das Preis-Pendel für den Jahrgang 2010 endgültig ausschlagen wird. Kaum ist die Messe vorbei, geht der Tanz auch wieder los. Cos d´Estournel läutete heute Morgen mit 198 Euro (- 5,7 %) die Endrunde der diesjährigen Primeurkampagne ein und dies für einen Wein, der als der möglicherweise beste gilt, den das Château in jüngerer Zeit herausgebracht hat. Kurze Zeit sah es denn auch so aus als würden die Bäume für die Bordelaiser Spitzengewächse nicht weiter endlos in den Himmel wachsen; denn der Decanter meldete zunächst ein 10 %-Minus bei Château Margaux. Das stellte sich aber schnell als Ente heraus. Château Margaux kam tatsächlich mit 600 Euro (ex-Negociant) und damit neun Prozent über dem Preis des vergangenen Jahres (550 Euro) heraus. Der Preis für den Zweitwein Pavillon Rouge wurde sogar mehr als verdoppelt von 50 Euro auf 108 Euro und auch das zum Mouton-Rothschild-Portfolio gehörende Château Clerc Million hob seinen Preis von 36 auf 48 Euro an. Das sind satte 33 Prozent.

Donnerstag, 09.06.2011

Und weiter geht es

Mit Giscours, Talbot und Leoville Poyferré sind drei weitere Châteaux erschienen, deren Preise Signalwirkung haben. Und so treibt die Kampagne endlich ihrem mit Spannung erwarteten Höhepunkt entgegen. Für den Jahrgang 2010 verlangt Giscours ab Platz Bordeaux 43,90 Euro. Das ist ein Aufschlag von 19,2 Prozent. Leoville Poyferré kostet 85 Euro (+18 %) und Talbot 39,60 (+10 %). Auch Kirwan mit 40,50 Euro (+ 17,4%) und vor allem La Lagune mit 38,82 Eureo (+ 21 %) wollen es wissen. Der Clos de L´Oratoire von Graf von Neipperg soll 28,30 Euro kosten (+14,1 %) und der Fleur Cardinale 25 Euro (+9,6%). Les Pagodes de Cos, der Zweitwein von Cos d´Estournel kam für 40 Euro heraus (+ 14,2 %). Wenn man dies als Signal für den Grand Vin nimmt, dürfte dieser von 210 auf ca. 230/240 Euro steigen. Pontet ist inzwischen in der ersten Tranche ausverkauft und kostet in der 2. Tranche 115 statt 100 Euro. Nach meinem Wissenstand ist dies bislang der einzige Wein, der innerhalb der Kampagne bislang im Preis gestiegen ist.

Mittwoch, 08.06.2011

Der Paukenschlag von Pontet Canet

Die Zeit des Wartens ist vorbei. Gestern und heute morgen kam eine Reihe von höher klassifizierten Gewächsen mit ihren Preisen für 2010 heraus, die klar die Richtung vorgeben, in die es für die Premiers und Deuxièmes gehen soll: Preisaufschläge zwischen 10 und 40 Prozent. Mehrere Wochen bewegte sich die Preisfindung in dieser extrem langsamen Kampagne zwischen plus bzw. minus 10 Prozent. Viele kleiner Châteaux blieben auch bei ihrem Preis vom vergangenen Jahr. Das Signal zum Aufgalopp gab dann Ende der vergangenen Woche Château d´Armailhac mit 32,40 Euro (+17,4 %). Gestern kamen nach einander Château Haut Bages Liberal mit 27,50 Euro (+ 12,2 %), Château de FieuzaL mit 25,20 Euro (+ 10,5 %), Château Gruaud Larose mit 45 Euro (+14,2 %) und Château Haut Batailley mit 27,50 Euro (+17 %). Und heute setzte Château Pontet Canet noch eins drauf. Der aufstrebende Cinquième Cru aus Paulliac verlangt 100 Euro ab Platz Bordeaux (+ 38%) und erhebt damit für die Zukunft den Anspruch auf einen Platz in der Reihe der Superseconds. Châteasu Calon Ségur blieb mit 57,60 Euro (+12,5 %) vergleichsweise bescheiden.

Donnerstag, 26.05.2011

Schleppende Kampagne

Nach Aussagen von Maklern in Bordeaux und Händlern in London ist diese Primeur-Kampagne eine der „langsamsten, die es je gegeben hat.“ Die Preisfindung für den Jahrgang 2010 ist offenbar von einer grossen Unsicherheit der Erzeuger geprägt, die dadurch noch verstärkt wird, dass nur sehr wenige der bis jetzt erschienen Weine gut gelaufen sind. Ausser Latour à Pomerol und Gazin verkauft sich alles schleppend bis gar nicht, zumindest in Europa. Die grosse Frage lautet: warten die Käufer nur ab oder haben sie sich beim Jahrgang 2009 bereits übernommen?

Die uneinheitliche Preistendenz der vergangenen Tage setzt sich denn auch gestern undheute fort: Clos Margalaine kam mit 12 Euro (- 10 %) und Marojallia für 49,80 Euro (+ 6 %), Château Brillette für 11,90 Euro (wie 2009), Sanctus für 18,60 Euro (- 13,5 %), Fonbadet für 18 Euro (+7,4 %), Goulée für 15 Euro (wie 2009), Le Crock für 14,50 Euro ( + 5 %), Lafont-Rochet für 29,70 Euro (wie 2009), Château Du Tertre (+10,7 %), Les Grands Chênes für 10,88 (- 6 %), Chasse Splreen für 18 Euro (+ 7 %), d´Aiguilhe für 18 Euro (wie 2009), La Fleur Morange für 42 Euro (wie 2009).

Dienstag, 24.05.2011

Asiatische und europäische Preise

Noch halten sich alle Grossen weiter bedeckt und so geht das lange Warten weiter. Immerhin kommen aber nach und nach immer mehr kleine und mittlere Châteaux mit ihren Preisen für den Jahrgang 2010 auf den Markt. So u.a. Boutisse für 10,20 Euro (+ 1,9 %), Rollan de By Euro (+ 0,7 %), Haut Condissas 24 Euro (- 4 %), Haut Carles 18 Euro (wie 2009), Labegorce 14,75 Euro (+ 0,2 %), Croix Figeac 11,20 Euro (- 2,5 %), Tour Seran 13,20 Euro (+ 1,5 %), Beau Soleil für 14 Euro (- 3,4 %) und Cantemerle für 21 Euro (+5,5 %). Dies scheint die generelle Tendenz zu werden für die betriebe, die hauptsächlich im europäischen und im nordamerikanischen Markt verkaufen plus/minus 5 Prozent zu 2009.

Der Testlauf von Château Beychevelle mit einem Preisaufschlag von fast 23 % am Ende der vergangenen Woche kam bei der europäischen Klientel dagegen gar nicht gut an. So ist es nicht verwunderlich, dass heute Sociando Mallet eine ganz anderen Preispolitik zeigte und mit einem Preisabschlag von minus 16 Prozent herauskam. 22,20 Euro statt 26,40 Euro und das trotz leicht besserer Parker-Bewertung. Für Beychevelle dürfte die Kampagne dennoch gut laufen; denn in Asien v.a. in China soll es eine starke Nachfrage nach Beychevelle geben. Hinter dem Château steht als Besitzer nicht umsonst ein asiatischer Konzern und eine grosse Vertriebsstruktur (ASC) in China. Die ist dort landesweit präsent und Insider meinen, dass ASC in der Lage wäre einen beträchtlichen teil der Jahresproduktion von Beychevelle allein zu verkaufen. Es ist also wohl tatsächlich ein asiatischer Preis. Wenn der dort akzeptiert wird, darf man davon ausgehen, dass alle anderen, die dick im Asiengeschäft drin sind, mit ähnlichen Aufschlägen herauskommen werden.

Dienstag, 17.05.2011

Ruhe vor dem Sturm

Heute kleckerten wieder eine ganze Reihe kleiner, aber durchaus namhafte Châteaux dahin, alle als wär´s verabredet zum gleichen Preis wie 2009: Château Dalem 11.80 Euro, Château La Dauphine 11,20 Euro, Château Moulin Haut Laroque 13.05 Euro, Château Lamothe Bergeron 8,45 Euro, Château La Vieille Cure 13 Euro und Château Les Ormes de Pez 20 Euro. Einzige Ausnahme war der Zweitwein von Château Sociando Mallet. Die Demoiselle de Sociando kam für 12 Euro heraus und damit mit 9 % weniger als 2009. Von richtiger Kauflaune ist angesichts der sich mühsam und lang dahin schleppenden Kampagne beim Publikum bis jetzt noch nichts zu spüren. Die Ruhe vor dem Sturm hält an. Alles wartet auf die grossen Namen. Kann ich mir sie leisten oder nicht? Erst wenn diese Frage beantwortet ist könnte es vielleicht doch noch einen Ansturm auf die vergleichsweise preiswerten, aber eben halt nachrangigen Güter geben. Darei gibt es gerade unter diesen in 2010 Weine mit geradezu sensationellem Preis-Leistungsverhältnis.

Merlot-Blüte fast beendet

Zehn Tage nach dem Beginn der Rebblüte in Bordeaux ist diese in guten Lagen für die Sorte Merlot schon teilweise abgeschlossen. Hier ein gestern aufgenommenes Foto aus einem der Weinberge von Château Le Reysse in Begadan im Bas-Médoc. Das ist ein Nachbar von Château La Tour de By, Château Rollan de By und Château Haut-Condissas, das dem Deutschen Stefan Paeffgen gehört.



Bei dem für die kommenden Tage anhaltend schöne Wetter mit Sonnenschein und Temperaturen bis nahe an 30 Grad sollte auch die Cabernet-Blüte bis Mitte der zweiten Mai-Dekade abgeschlossen sein also zu einem Zeitpunkt als sie vor einem Jahr erst begann. Nicht nur aus Bordeaux sondern auch aus der Champagne, von der Loire und vom Fuss der Pyrenäen berichten Winzer über eine drei Wochen frühere Blüte als normal. Bis jetzt halten sich auch die Hagelschäden in erträglichen Grenzen.

Montag, 16.05.2011

Unklare Preis-Tendenz

Die Kampagne nimmt endlich Fahrt auf. Es wird auch langsam Zeit. Nach Château d´Angludet und Château Haut-Marbuzet am Wochenende kamen heute weitere namhafte Betriebe der Preisklasse zwischen 10 und 50 Euro mit ihren Preisen für den Jahrgang 2010 heraus- Allerdings bleibt die Preis-Tendenz weiterhin unklar. Sie schwankt zwischen minus sieben und plus 19 Prozent.
Château Haut-Marbuzet: 25, 50 Euro (- 7 %)
Château Citran : (wie 2009)
Château Charmail: 11,15, (+1,8 %)
Château Clauzet : 10,60 Euro (+ 4.12 %)
Château Gazin : 48 Euro (+6,6 %)
Château Le Moulin: 29.50 Euro(+ 18 %)
Château d´Angludet : 19 Euro (+ 19 %)

Donnerstag, 12.05.2011

Uneinheitliches Bild

Château Franc Maillet aus Pomerol kam gestern für den Jahrgang 2010 seines Cuvée Baptiste mit dem gleichen Preis wie 2009 heraus: 18.50 Euro. Aber heute ging´s dafür schon wieder nach oben mit Château d´Angludet aus Margaux. Releasepreis 2010: 19 Euro. Das ist eine Steigerung von knapp 19 % gegenüber 2009. Andere hielten sich zurück wie Château La Gurgue 11,50 Euro (wie 2009) oder Clos du Jaugueyron beide ebenfalls aus Margaux mit 31 Euro (wie 2009).

Mittwoch, 11.05.2011

In Sauternes bröckeln die Preise

Auf breiter Front bröckeln in Sauternes und Bassac die Releaspreise für die Süssweine. Es hat sich wohl doch herumgesprochen, dass 2010 kein grosser (nach meiner Meinung nicht mal ein sehr guter) Jahrgang für Sauternes ist. Alles was ich dort probiert habe, reicht von wenigen Ausnahmen abgesehen, kaum an die Qualität heran, die wir in Deutschland von einer guten Beerenauslese erwarten, heran.
Château Broustet - 24 %
Château Doisy-Vedrines – 6 %
Chateau La Tour Blanche - 5.9 %
Clos Haut-Peyraguey – 5.8 %
Château Lafaurie-Peyraguey - 5.8 %
Chateau Lamothe Guignard - 5.6 %

Mehr darber im Blog Bordeaux Gold von Bill Blatch.

Preise mit Augenmass

Es geht offenbar endlich los mit den Preisen für Bordeaux 2010:. Heute morgen kam Château Cambon La Pelouse zu 9,85 Euro (+ 5 % ) und gestern schon Château d´Agassac für 10,60 Euro (gleicher Preis wie 2009). Weitere Veröffentlichungen: Château Pezat 5,80 (+ 5 %), Château Teyssier 10,20 Euro (wie 2009), Marjosse 5,10 Euro (wie 2009). Château Barrabaque Prestige 9,90 Euro (wie 2009) und Château d´Aurilhac 7,70 Euro ( - 3 %). Das passt alles ins Bild, das sich in den vergangenen Tagen und Wochen bereits abgezeichnet hat: bei den kleineren und nachrangigen Gütern zeichnet sich eine verhaltene Preispolitik ab. Entweder bleiben die Preise konstant wie 2009 oder sie werden nur um wenige Prozent angehoben im Rahmen eines Inflationsausgleichs.

Samstag, 07.05.2011

Die ersten Reben blühen

Aus Saint Emilion habe ich heute das ersten Foto einer Rebe bekommen, die anfängt zu blühen – rund drei Wochen früher als im vergangenen Jahr. Da begann die Blüte Ende Mai und zog sich bis zum 6.7. Juni hin. Das Foto wurde am 6. Mai aufgenommen. Es zeigt Merlot in einer Parzelle von Château La Tour Figeac, die unmittelbar an das Rebareal von Château Cheval blanc grenzt.



Wenn man davon ausgeht, dass der Erntebeginn in Bordeaux nach der groben Faustregel „Mitte der Blüte + 115 Tage“ berechnet wird, dann dürfte die Rotweinlese in diesem Jahr etwa in der ersten Septemberwoche beginnen. Das wäre ebenfalls drei Wochen früher als 2009 und 2010. Mit dem beginn der Weissweinlese wäre dann bereits Mitte August zu rechnen. Das weckt zunächst Erinnerungen an Jahrgänge wie 1989 und 1893, wenn denn alles so bleibt. Für die erste Maihälfte jedenfalls sind die Prognosen günstig auch wenn natürlich immer die Gefahr von Hagel besteht.

Freitag, 06.05.2011

600 Hektar vom Hagel betroffen

Nachdem Ende April einige Gewitter mit Hagelschlägen in Barsac und Sauternes Weinberge verwüsteten, werden jetzt auch aus anderen Regionen die ersten Hagelschäden gemeldet. Insgesamt sind inzwischen ca. 600 Hektar im Sauternais, in Graves, im Entre-deux-Mers, im Médoc und in der Appellation Premières Côtes Blayais betroffen. Während eines kurzen aber heftigen Gewittersturms fielen vergangene Woche stellenweise 35 mm Regen innerhalb einer balben Stunde, ein Teil davon als Hagel. Am schlimmsten traf es Château Chantegrive in Podensac. Auf 15 Hektar gingen vermutlich 90 Prozent der Ernte verloren noch bevor die Reben geblüht haben. Der dadurch entstandene Schaden wird auf bis zu eine Million Euro geschätzt.

Donnerstag, 05.05.2011

Parker aus der Sicht der Makler

Hierzulande hat sich gestern nur eine relativ kleine Gemeinde weniger Tausend Weinfreaks für die Veröffentlichung der Parker Noten für den Bordeaux Jahrgang 2010 interessiert. Ganz anders in Frankreich. Dort ist das auch ausserhalb von Bordeaux ein Thema des Tages. So fü beispielsweise Le Parisien aus diesem Anlass ein ausführliches Interview mit François Lévêque, dem Ehrenpräsidenten des Verbandes der Courtiers (Makler) und zitiert ihn mit dem von Cäsar entliehen Spruch „die Würfel sind geworfen“ („Les dés sont jetés"). Lévêque rechnet mit in etwa gleichbleibenden Preisen wie 2009 ("relative stabilité par rapport à 2009"), räumt aber auch die Möglichkeit ein, dass einzelne Châteaux, die speziell von Parker besonders hohe Noten bekommen haben die Preise nochmals erhöhen werden („placer le curseur plus haut") gegenüber den historischen Rekordpreisen von 2009.

Mittwoch, 04.05.2011

Parker korrigiert 2008 nach unten

In der gestern Nacht veröffentlichten aktuellen Ausgabe seines Wine Advocate hat der US-amerikanische Weinkritiker Robert Parker etwas getan, was ich bereits vor zwei Jahren vorausgesagt habe: er hat seine meiner Ansicht nach überhöhten Bewertungen für den Jahrgang 2008 deutlich zurückgenommen und zwar um bis vier Punkte. Ich hatte von Anfang an vor einer Überbewertung dieses schwierigen Jahrgangs gewarnt.


Quelle: eparker.com/liv-ex 100 (blog)

In seinem jetzigen Ranking gibt es keinen potentiellen 100-Punkte-Wein mehr. Lafite und Ausone markieren mit 98 Punkten die Spitze. Dies ist eine wesentlich realistischere Sichtwiese dieses Jahrgangs als seine ursprünglichen Noten nach der Primeurverkostung. Dies deckt sich auch mit meinen diversen Nachverkostungen auf allen Ebenen. Nur ganz wenige haben sich verbessert, die meisten Weine verharren auf ihrem Niveau bzw. zeigen ihre Unarten jetzt noch deutlicher. Damit kann man die von einigen Weinhändlern gestrickte Mär vom verkannten Spitzen-Jahrgang weitgehend ad acta legen. Wobei ich nach wie vor die Weine auf der damaligen Favoritenliste uneingeschränkt zum Kauf empfehlen würde.

P.S. und was bei dieser Gelegenheit auch gesagt sein sollte: mein kollegialer und menschlicher Respekt und Hut ab vor Robert Parker. Nix Papst, nix unfehlbar, sondern selbstkritisch und souverän.

Liv-ex 100 mit Verschnaufpause

Der Londoner Liv-ex Fine Wine 100 hat im April dieses Jahres eine Verschnaufpause eingelegt. Nach der extremen Rallye der vergangenen zwei Jahre blieb der Index im April nahezu unverändert. Er schloss mit einem Mini-Minus von 0,02 Prozent bei 358.95 Punkten. Sein Anstieg im Jahresvergleich lag bei 26.48 Prozent.

Parkers Machtwort

Mit Ausnahme von einigen Cru Bourgeois und dem Hause Moueix in Libourne hatte sich bis jetzt alles was in Bordeaux Rang und Namen hat und in den vergangenen Jahren hohe und höchste Preise erzielte, in Sachen Primeur-Preise bedeckt gehalten. Der Grund war offensichtlich. Nach dem es zunächst eine Fülle euphorischer Kommentare zum Jahrgang 2010 gegeben hatte, mischten sich zuletzt mehr und mehr skeptische oder gar kritische Stimmen in den Lobgesang. Meist kamen sie zwar von Verkostern, die auf Grund ihres biologischen Alters schlichtweg nicht die nötige Verkostungserfahrung haben konnten bzw. von Händlern, die abseits des positiv gestimmten Mainstreams ihre Süppchen kochen wollten. Aber diese Kommentare waren da, wurden gelesen und in den einschlägigen Foren diskutiert. Ein Teil der Szene nahm sie sogar begierig auf; denn diese Statements waren Balsam für all die in ihrer Eitelkeit gekränkten Möchtegern-Anleger, die befürchteten, dass die Preise wieder in astronomische abdriften und damit die Objekte ihrer vinophilen Begierde mal wieder ausserhalb der Reichweite ihrer finanziellen Möglichkeiten sein würden.
So blieb der Angebotsseite nicht anderes übrig als einmal mehr auf Robert Parker als letzte Instanz zu warten. Und der sprach heute Nacht ein deutliches Machtwort:
„...but I have tasted enough wines from 2005, 2009 and 2010 to realize that these may be the three greatest Bordeaux vintages I have tasted in my career.“
. Dem kann ich nur zustimmen. Meine Verkostungserfahrung reicht zwar en primeur nicht ganz so weit zurück wie die von Robert Parker aber immerhin fast und bei den grossen alten Jahrgängen gehören wir zu den schreibenden happy few weltweit, die diese bis 1811 zurück in den vergangenen 40 Jahren verkostet haben also eine gewisse Ahnung davon entwickeln konnten, was tatsächlich „Jahrhundertjahrgänge“ sind. Im übrigen hat auch Parker ähnl9ich zu mir und anderen zehn Weine mit 100-Punkte-Verdacht an der Spitze seiner Liste:
Lafite-Rothschild 98-100
La Mission Haut Brion 98-100
Latour 98-100
Petrus 98-100
Ausone 98-100
Haut Brion 98-100
Mouton-Rothschild 97-100
L'Eglise Clinet 96-100
Beausejour (Duffau Lagarrosse) 96-100
Pontet-Canet 96-100 (
Bemerkenswert aber ist auch bei ihm vor allem die grosse Zahl der kleinern und mittlerer Gewächse mit deutlich über 90 Punkten. Wer also keinen unbedingten Wert darauf legt Prestigeobjekte für seinen Keller erwerben zu wollen, sondern sondern einfach nur sehr gute und lagerfähige Weine kaufen erwerben möchte wird in diesem Jahrgang sicher auch für „kleines Geld“ grossartige Weine finden können; denn längst nicht für alle werden die (Preis)Bäume in den Himmel wachsen. Und das ist am Ende die gute Nachricht.

Montag, 02.05.2011

China entdeckt Bordeaux als Filmkulisse

In China ist mit grossem Publikumserfolg der Film „Jiang Ai“ (Eternal Moment) angelaufen, dessen Handlung in Bordeaux und seiner Umgebung spielt. Er ist derzeit Kassenschlager Nummer eins in den chinesischen Kinos. Als malerische Kulisse für die Handlung diente dabei dem Regisseur Zhang Yibai das Weingut Château La France im Entre-deux-Mers. Château La France zählt mit einer Rebfläche von 90 Hektar zu den grossen Gütern des Bordelais. Es ist als Bordeaux Supérieur klassifiziert. Weinmacher Patrice Lozano wird von Stéphane Derenoncourt beraten.


Li Yapeng: Chinas Kino-Idol auf dem Bordeaux-Trip (Photo: ent.sina.com.cn)

Hauptdarsteller der zwischen Beijing, Shanghai und Bordeaux spielenden Liebesgeschichte sind die beiden chinesischen Publikumslieblinge Li Yapeng und Xu Jing Lei. Es ist die Fortsetzung des populären TV-Dramas "Jiang Ai Qing Jin Xing Dao Di" (Cherish Our Love Forever) des gleichen Regisseurs aus dem Jahr 1998 über eine unerfüllte Studentenliebe. In dem Spielfilm begegnen sich die beiden Protagonisten zwölf Jahre später in Bordeaux wieder. Das klingt ein bisschen an den Haaren herbei gezogen und auf den Bordeaux-Boom schielend, aber der roten Bordeaux trinkende männliche Hauptdarsteller Li Yapeng dürfte seine Wirkung auf die jüngere Generation in China nicht verfehlen und den Absatz weiter ankurbeln. Hier gibt es einen Trailer von den Dreharbeiten im vergangenen Jahr.

Sonntag, 01.05.2011

Erste Hagelschäden

Leider muss auch dies vermeldet werden: In der Region Bordeaux gab es die ersten grossen Hagelschaden des Jahres. In den Appellationen Sauternes und Barsac waren in der vergangenen Woche ca. 40 Prozent der Weinberge von den Auswirkungen eines Unwetters betroffen, darunter auch 20 Hektar Weinberge von Château d´Yquem sowie die Reben von Chateau Guiraud, Château Lamothe Guignard und Château Rayne Vigneau. Besonders stark wütete der Gewittersturm in den Gemeinden Sauternes und Bommes.

Bordeaux erwartet eine sehr frühe Blüte

Auf Grund des anhaltenden „Sommers im Frühling“ sind die Weinberge in den Appellationen um Bordeaux in diesem Jahr mit der Vegetation zwei bis drei Wochen voraus. Die Winzer erwarten daher die Blüte in den Weinbergen bereits in der ersten Maihälfte. Zum Vergleich: im Vorjahr hatte die Blüte erst nach dem 20. Mai begonnen und war erst in der ersten Juniwoche durch. Die Wetter-Prognose für die erste Maiwoche ist positiv. Sie sagt ein meist sonniges Wetter mit einzelnen kleinen Niederschlägen voraus, bei sommerlichen Temperaturen bis 28 Grad.



Das Wetterdiagramm von Château Palmer für die Monate März und April zeigt deutlich die langsam aber stetig ansteigende Temperaturkurve bei gleichzeitig minimalen Niederschlägen. Dies alles deutet auf eine noch längere Vegetations- und Reifeperiode hin als in den Jahren 2009 und 2010 bei ähnlicher Trockenheit.

Freitag, 22.04.2011

2010 – Das Jahr am Ende der Fahnenstange

Das Jahr 2010 wird möglicherweise in die Weingeschichte eingehen als das Jahr in dem wir uns von unserer Vorstellung von Bordeaux-Weinen so wie wir sie bisher gekannt haben und schätzen, verabschieden mussten. Der Jahrgang stellt für mich zum einen die Apotheose der grossen Terroirs dar und ist zugleich eine Grenzüberschreitung. Er ist ein Menetekel.

Ob es vor meiner Zeit als Degustator jemals so reife Cabernet Sauvignons gegeben hat wie 2010, weiss ich nicht. Die Weine aus den Spitzenjahrgängen des 19. Jahrhunderts, die ich im Laufe der Zeit verkostet habe, wie 1811, 1848/49, 1864/65, 1870/71, 1893 und 1900 legen dies allerdings für die damalige Zeit nahe. Jedenfalls habe ich noch nie zuvor Cabernets dieser Qualität als Jungweine verkostet. Der Merlot, die andere tragende Sorte vor allem vom rechten Ufer, scheint mir dagegen die Grenze überschritten zu haben. Die Weine haben teils 15 und mehr Grad Alkohol. Ihre Zukunft ist ungewiss.

Mittwoch, 20.04.2011

Meine TOP 10 Favoriten 2010

Bevor ich in den kommenden Tagen meine kompletten Notizen bei degustation.de ins Netz stellen werde, habe ich mir Gedanken gemacht über meine absoluten Favoriten des Jahrgangs 2010. Bei vier Weinen möchte ich nicht über Punkte diskutieren und habe ihnen daher gegen meine sonstige Gewohnheit und Vorsicht schon en primeuren 100 Punkte gegeben. Warum? Ganz einfach. Weil meine Phantasie und meine bald 40jährige Verkostungserfahrung mir keine Idee geben können, was man an diesen Weinen besser machen könnte. Sie sind einfach perfekt das, was sie sein sollen und können, sprich die optimale Expression ihres Terroirs.



Der Grand vin von Château Ausone 2010 ist mit Abstand das Beste, was ich je in diesem jungen Stadium verkostet habe. Dieser Wein hat mich emotional berührt. Seine konzentrierte Kraft, seine Komplexität und seine schier unendliche Tiefe suchen Ihresgleichen. Das kann einem den Atem rauben und Tränen in die Augen treiben. Nur einmal hat mich ein Jungwein ähnlich fasziniert wie dieser, das war La Turque 1985 von Guigal an der Rhône. Meine drei anderen 100-Punkte-Kandidaten sind jeweils vergleichbar mit dem besten, was man aus dem 20. Jahrhundert von ihnen kennt: Latour erinnert an den „Langstreckenläufer“ von 1928, Pétrus schmeckte so betörend süss wie der „Luxuswein“ aus 1945 und der Lafleur zeigt schon jetzt ein Feuerwerk der Aromen das an die Komplexität des 1947er erinnert. Was will man mehr?

Montag, 18.04.2011

Erste Cru bourgeois Preise

Nachdem Ende der vergangenen Woche die ersten namhaften Weine aus Pomerol und Saint Emilion mit ihren Preisen für 2010 auf de Markt kamen, zogen heute morgen u.a. mit Château La Tour de By 9,20 Euro (8,95 Euro) und Château Lanessan 9,55 Euro (9,20 Euro) die ersten Cru bourgeois aus dem Médoc nach. Im Gegensatz zu den Weinen vom rechten Ufer, die Aufschläge zwischen zehn und 20 Prozent verlangen, blieben die Preise hier mehr oder minder gleich zum vergangene Jahr. So auch bei Petit Bocq 10,75 Euro (10,50). Der Cru bourgeois Château du Retout kann gar angesichts seiner hohen Bewertungen bei Gabriel und Suckling mit 5,80 Euro ex Bordeaux als Schnäppchen gelten.

Freitag, 15.04.2011

Coppola engagiert Margaux Direktor

Der US-amerikanische Filmregisseur und - produzent Francis Ford Coppola (Der Pate, Apocalypse Now) hat für sein kalifornisches Weingut Inglenook einen der führenden Mitarbeiter des Premier Crus Château Margaux engagiert. Philippe Bascales (48) tritt dort die Nachfolge des bisherigen Winmakers und Verwalters Scott MacLeod an. Seit elf Jahren war Bascales Gutsdirektor und rechte Hand von Regisseur und CEO Paul Pontallier auf Château Margaux. Coppola besitzt in Rutherford im Napa Valley einige der besten Weinbergslagen Kaliforniens und produziert dort mit dem Rubicon einen Rotwein, der von Konzept (alle fünf Bordeaux-Sorten) und Qualität den besten klassifizierten Gewächsen aus Médoc und Graves ebenbürtig ist. Zuvor hatte Coppola die Rechte an dem traditionsreichen Namen Inglenook von Constallation Brands zurückgekauft. Er hatte das 1879 gegründete Weingut 1975 erworben, den Namen verkauft und das Weingut in Niebaum Coppola bzw Rubicon Estate umbenannt. Jetzt erhält das Gut seinen historischen Namen zurück. Die Nachricht wurde zunächst als Historic Announcement from Francis Ford Coppola über die Facebook-Page des Weingutes veröffentlicht. Inzwischen berichtete u.a. auch der Sud Ouest ausführlich darüber.

Donnerstag, 14.04.2011

Der Tanz beginnt

Heute war es dann soweit: das Handelshaus Moueix in Libourne eröffnete den Reigen der Preise wie so oft als erster namhafter Anbieter. Mit Ausnahme der vier Spitzengewächse Pétrus, Trotanoy, Hosanna und La Fleur Pétrus kamen alle Weine heraus und zwar mit Aufschlägen zwischen zehn und 20 Prozent im Vergleich zu den Preisen von 2009 an der Spitze Latour à Pomerol mit 40 statt 34 Euro und Providence mit 52 statt 45 Euro Angesichts der Tatsache, dass Moueix auch im vergangenen Jahr den totalen Preis-Hype nicht mitgemacht hat sind dies doch eher moderater Anpassungen. Aber sie geben ganz klar die Richtung vor in die es gehen soll: 2010 wird preislich deutlich über 2005 und 2009 liegen und damit der teuerste dieser drei Spitzenjahrgänge aus der ersten Dekade dieses Jahrhunderts werden. Darauf müssen wir uns einstellen. Und die Händler werden sich auf knappere Zuteilungen gefasst machen müssen. Bei Moueix beispielsweise wurden die Allocationen bis zu 40 Prozent (bei Providence z.B.) gekürzt. Man wird als Käufer also schnell zuschlagen müssen, wenn man sich für einen Wein entschieden hat.

Gleichzeitig hat heute als einer der ersten Händler in Deutschland Michal Grimm (Bacchus Vinothek) seine Online-Subskriptionsliste online gestellt und angekündigt sie täglich zu aktualisieren. Grimm: „Es ist mal wieder kein Jahr, in welchem man warten kann oder sollte, bis alle Preise draussen sind.”

Mittwoch, 13.04.2011

Preisdiskussion

Schaden die hohen Preise der Crus Classés der Nachfrage nach Bordeaux Wein im Allgemeinen? Diese Frage der Redaktion „Weinwirtschaft“ beantwortete der Michael Grimm (Bacchus Vinothek) aus Rottweil, einer der führenden Primeur-Händler Deutschlands in einem Leserbrief mit einer ebenso schlichten wie treffenden Gegenfrage: Muss denn jeder Wein für jeden Weinliebhaber zugänglich sein? Sein „Ganz klares NEIN“ kann ich nur unterstreichen. Die Weinwelt orientiert sich derzeit neu und europäische (speziell deutsche) Weinliebhaber sind in dieser neuen Ordnung als Käufer von Premiers Crus praktisch nicht mehr vorgesehen. Hier der vollständige Text:

„Als Weinliebhaber schmerzen auch mich die Preise der 1er Crus und mancher Super Seconds, Pomerols oder Emilions ebenfalls sehr. Diese Weine sind fast unerreichbare Statussymbole und Spekulationsobjekte für Wenige. Aber essen Sie nicht auch gerne Pfifferlinge oder Steinpilze – trotz weißer Trüffeln für EUR 4000,-- das Kilo? Fahren Sie nicht auch Auto – trotz der Preise für Maybach und Bugatti? Lesen Sie nicht auch am Handgelenk die Zeit ab – trotz IWC, Glashütte, etc…?

Erste Preise

Heute morgen landete der erste aktuelle Preis von Jean-Luc Thunevin für einen Wein des Jahrgangs 2010 in meinem elektronischen Postfach: Aster de Beaulieu aus Castillon Côtes de Bordeaux für 8.40 Euro. Ich habe den Wein nicht verkostet. Vom Wine Spectator wurde er mit 89 - 92 Punkten bewertet. Weine mit solchen Noten unter zehn Euro en primeur ab Platz Bordeaux also zu einem EVP zwischen zehn und 20 Euro wird es im Jahrgang 2010 sehr viele geben. Das ist die gute Nachricht. Das weniger gute Signal kommt von einem anderen Wein der mit einem Preisaufschlag von 12,5 Prozent erschien: Château Lafon La Tuillerie aus St. Emilion. Der Wein war 2008 und 2009 vor allem von René Gabriel mit 19 Punkten gehypt worden. Letztes Jahr kostete er in der ersten Tranche noch 16 Euro, dieses Jahr sollen es mindestens 18 Euro sein. Ich bin mir sicher, dass es bei einem so massvollen Preisaufschlag nicht bleiben wird. Wir werden da noch ganz andere Prozentsätze erleben.

Die Rückkehr der Pferde

Neben der endgültigen Ankunft der Chinesen auf dem Platz Bordeaux, gab es in der vergangenen Woche ein zweites beherrschendes Thema: die Rückkehr der Pferde in die Weinberge. Die sind ein weithin sichtbares Zeichen dafür, dass man es in Bordeaux ernst meint mit der Umstellung auf einen energiesparenden und ökologischen Weinbau. Château Pape Clément war vor einigen Jahren einer der prominenten Vorreiter. Inzwischen ist man auch bei Premier cru Château Latour in Pauillac und bei Château Margaux aufs Pferd gekommen.



Auf Château Pontet Canet, mit 120 Hektar davon 81 Hektar bestockt einer der grössten Betriebe im Médoc, hat man inzwischen das vierte Pferd angeschafft. Im Januar wurde der Betrieb als erster Grand Cru classé als biodynamisches Gut zertifiziert. „Das ist keine Mode“ erklärte uns Alfred Tesseron bei unserem Besuch, „sondern der Respekt vor der Natur und dem Boden. Ausserdem machen die Pferde die Arbeit einfach besser als die Traktoren.“ Auf der Hompage von Pontet Canet gibt es eine eigene Seite für die vier aus England stammenden Rösser mit Namen Reine, Opale, Surprise und Kakou. Es lohnt sich wirklich den Film über die Arbeit mit den Pferden und dem Interview mit Alfred Tesseron anzusehen.

Samstag, 09.04.2011

China, China über alles!

Auf diese Schlagzeile habe ich seit Tagen gewartet. Am Donnerstag war es dann soweit. „Les Chinois rois des primeurs ….“ (Die Chinesen Könige der Primeurs.). So stand es auf dem Titel des Sud Ouest zu lesen.



Auf zwei Seiten im Innenteil berichtete das Blatt über den Besuch von Jachy Wu, Präsident der grossen chinesischen Handelsfirma GRG, und seiner Chefeinkäuferin Céline Liu. Wu, der nach einem mehrjährigen Südfrankreichaufenthalt perfekt französisch spricht, importiert mit seiner vor fünf Jahren in Xiamen im Süden Chinas gegründeten Firma heute 80 bis 85 Container zu je 12.000 Flaschen pro Jahr und meint, das dies erst der Anfang sei; denn bislang beschränke sich der Weinkonsum auf die Grossstädte vor allem an der Küste. Doch dies werde sich ändern. Hier geht es zum kompletten Text des Artikels.



China ist in diesen Tagen in Bordeaux allgegenwärtig. Bei den Premiers wie hier z.B. bei Lafite und Latour gibt es die technischen Daten der Weine selbstverständlich auch in Mandarin. Alle freuen sich wie hier Gérard Perse (Château Pavie) über die erste Ausgabe der neuen "Roten Bibel" über die Weine von Bordeaux auf chinesich.

Noch nie zu vor habe ich hier so viele asiatische – also nicht nur chinesische – Journalisten, Fotografen, Kamerateams, Händler, Sommeliers und Einkäufer gesehen. Alle rechnen damit (bzw. hoffen), dass die Chinesen dieses Jahr erstmals mit viel Geld und breiter als bisher ins Primeur-Geschäft einsteigen, statt wie bisher fast ausschliesslich gefüllte Weine zu kaufen.

Montag, 04.04.2011

Tagesgespräch

Zumindest unter den anwesenden deutschen Händlern, Einkäufern und Journalisten war dieser Artikel aus der Bordelaiser Tageszeitung Sud Ouest heute Tagesgespräch. Auf einer Doppelseite stellte die Redaktion achtspaltig (!) den Bremer Weinhändler Heiner Lobenberg (Gute Weine) als einen der fünf wichtigsten Primeur-Händler Deutschlands vor.



Unter der Überschrift „Stakhanoviste des primeurs au travail“ (nach dem legendären Vorzeigearbeiter des Stalinismus Alexei Grigorjewtisch Stachanow) beschreibt das Blatt den Degustationsmarathon des Händlers, der für sein Subskriptions-Angebot in diesen Tagen um die 800 Muster von einigen Hundert Châteaux verkostet. „In einem Jahrgang wie 2002“, so Lobenberg, „reichten zwei Tage, in diesem aussergewöhnlichen Jahrgang brauch man zehn Tage.“ Auch über mögliche Risiken des Primeurgeschäfts äussert sich der erfahrene Händler in diesem Artikel. Den vollen Wortlaut des Artikels gibt es hier.

Sonntag, 03.04.2011

Erste Proben, erste Erkenntnisse

Bevor am morgigen Montag die diesjährige Primeurwoche für den Jahrgang 2010 in Bordeaux beginnt, habe ich an diesem Wochenende vorab bereits über einhundert Weine verschiedener Appellationen vor allem des rechten Ufers verkostet. Zum einen habe ich an der grossen Probe des Circle Rive droite in Château Barde-Haute teilgenommen, zum anderen gab es eine kleinere Verkostung bei Nicolas Despagne auf Château La Maison Blanche. Margaux Reppel, eine auf Petits Châteaux spezialisierte Negociant aus Libourne, hatte dies für mich und Falstaff-Chefredakteur Peter Moser organisiert. Heute Abend waren wir dann noch auf einem gemeinsamen Empfang der Güter Canon La Gaffelière und Domaine des Chevalier.



Kollege Michael Pronay inspiziert die Probenfolge des Circle rive droite.


Das ist zwar noch kein wirklicher Überblick aber doch ein erster Eindruck und der sagt: alle Prognosen treffen zu. 2010 ist wieder ein grosser Jahrgang wie bereits 2005 und 2009 und zwar offensichtlich quer durch alle Regionen, Sorten und Qualitätstufen. Welcher der drei als der grösste der Dekade in die Geschichte eingeht, wird die Zukunft zeigen. Dazu wird es noch viele Debatten und Vergleichsproben geben. Eins aber ist jetzt schon sicher: selbst einfache Bordeaux A.C.-Weine oder Bordeaux supérieur zeigen 2010 teilweise überragende Qualitäten. Und das ist die gute Nachricht: die Verbraucher können sich darauf freuen, dass sie in ein, zwei Jahren aus Bordeaux zu Preisen zwischen zehn und 20 Euro Weine einer Qualität bekommen werden, die in normalen Jahren nur grossen Gewächsen zu eigen ist.

Dienstag, 08.03.2011

Die Rallye geht weiter

Der internationale Fine-Wine-Markt startet ins neue Jahr wie er im alten aufgehört hat mit einer rasanten Rallye. Die zweitägige Auktion von Christie´s in Hong Kong erlebte wieder einen Ansturm asiatischer Käufer und setzte in den beiden Tagen knapp sieben Millionen Euro um. Die höchsten prozentualen Steigerungen zwischen Tax-Preis und Zuschlag erlebten Lafite 1995 b(+ 41%), Mouton 86 (+23 %), Margaux 1990 (+22 %) und Lafite 2005 (+20 %). Gleichzeitig kam die Meldung, dass der Londoner Fine-Wine-Index Liv-ex 100 getrieben von weiter steigenden Preise für die Bordelaiser Spitzengewächse im Februar die Marke von 350 Punkten durchbrochen hat. Er stieg um 3,27 Prozent auf ein neues Allzeit-Hoch von 357,45 Punkten. Seit dem vergangenen Jahr ist er damit um 41,09 Prozent gestiegen.

Dienstag, 15.02.2011

Château Montrose eröffnet Primeur-Kampagne

Manche können es einfach nicht abwarten. Es ist zwar noch fast zwei Monate hin bis zur diesjährigen Primeur Kampagne in Bordeaux aber Martin Bouygues, seit 2006 stolzer Besitzer von Château Montrose in Saint Estèphe, hat jetzt bereits den Jahrgang 2010 vorgestellt. Im Kreis seiner Familie präsentierte er erste Fassmuster des Jahrgangs den Courtiers und Negociants. Dies berichtet heute der Sud Ouest.

Château Beychevelle halb in japanischer Hand

Der japanische Getränke-Konzern Suntory – in Deutschland Mit-Besitzer des Rheingauer Weingutes Robert Weil - hat die Hälfte von Château Beychevelle in St. Julien erworben. Bisher war das Unternehmen bereits mit 37 Prozent an dem klassifizierten Weingut beteiligt. Die andere Hälfte wurde von Castel, dem grössten Wein- und Bierunternehmen Frankreichs, mit Sitz in Blanquefort bei Bordeaux übernommen. Die bisherigen Mehrheitseigentümer, die Versicherungsgruppe Ethias und Grands Millésimes de France haben ihre gesamten 63 Prozent abgegeben. Suntory besitzt mit Château Lagrange, bereits ein weiteres klassifiziertes Weingut in Saint Julien. Die beide Partner haben starke Interessen am boomenden Weinmarkt Chinas. Suntory hat vor kurzem erst die Mehrheit bei ASC, dem führenden Bordeaux- und Luxusweinhändler in China, übernommen und Castel ist seit 1990 in einem joint venture mit der chinesischen Kellerein Changyu engagiert und produziert in Beiyujia Premium-Weine unter dem Label Château Changyu Castel. Es gehört wenig Phantasie dazu sich vorzustellen dass Beychevelle möglicherweise das nächste grosse Ding in China sein wird, wo es bereits wegen des Labels als das Château „mit dem grossen Schiff“ (ein glückverheissendes Zeichen) geschätzt wird.

Samstag, 12.02.2011

Bordeaux schlägt Klima-Alarm

In der vergangenen Woche hatte der Branchenverband CIVB in Bordeaux zum zehnten Mal zu seinem „Journée techniques“ eingeladen und mehr als 300 Winzer und Experten der Weinwirtschaft waren dem Ruf gefolgt um sich über alarmierende Daten zu informieren. Wenn die Erzeuger in Bordeaux nicht zügig auf den Klimawandel reagieren, besteht nach Ansicht einiger Referenten die Gefahr, dass man eines nicht allzu fernen Tages „Coca Cola Weine“ produzieren werde. Die Entwicklung in den letzten Jahren wurde von Experten verschiedener Institutionen als durchaus dramatisch geschildert. Die Weine von heute seien in ihrem Charakter nicht mehr zu vergleichen mit denen vom Beginn des Jahrhunderts und der ist gerade zehn Jahre her.

Mittwoch, 09.02.2011

Bordeaux Arrivage 09 (#5)

Gestern hatte ich Gelegenheit bei einer Präsentation der Appellation Côtes de Bourg in Hamburg ein Dutzend weitere Weine des Jahrgangs 2009 zu probieren. Einige Güter, deren Weine ich in der Vergangenheit gut bewertet hatte, fehlten leider, andere waren da hatten aber entweder keinen 2009er dabei oder nur die einfache Variante und nicht die Selection. So wäre es bei Château de la Grave sicher interessant gewesen auch ein Fassmuster des „Nectar“ zu verkosten. Auch die 2009er von Falfas und Les Eyquems (präsentierte sich sehr gut mit den reifen Jahrgängen 1998 und 199) hätten mich interessiert, waren aber nicht da.



Bei vielen Weinen, die ich im Glas hatte, habe ich mich unwillkürlich gefragt, ist es gescheit solche Weine in die Flasche zu füllen Bordeaux und den Namen des Château draufzuschreiben? Ich hätte das anonym im Fass verkauft. Auch wenn viele dieser Weine nur fünf, sechs Euro im Laden kosten, also für wenig mehr als zwei Euro vom Handel eingekauft werden können, das können andere Länder und Regionen für den Preis einfach besser. Dass man durch Auslandspräsentationen wie der gestrigen Imagegewinn erzielen oder gar Verkaufserfolge generieren kann, halte ich für wenig wahrscheinlich. Damit richtet man nur noch mehr Flurschaden an. Solche Weine dem Publikum im Vergleich zu den „abgehobenen Grands Crus“ als „grundsolide, ehrlich und authentisch“ anzupreisen erinnert mich an die Geschichte von den Kaisers neuen Kleidern. Da kam gestern Bordeaux zwar nicht ganz nackt daher, aber doch in ziemlichen Fetzen.

Wieder steigende Fassweinpreise in Bordeaux

Der interprofessionelle Fachverband in Bordeaux CIVB hat gestern eine bemerkenswerte Zahl veröffentlicht. Demnach war der Fassweinmarkt im Januar 2011 in ungewöhnlich starkem Masse aktiv und die Liter-Preise haben quer durch die Appellationen angezogen. Die gehandelte Menge lag deutlich über dem zehnjährigen Mttel und 30 Prozent über der Menge im Januar 2010. Die Nachfrage gilt vor allem dem neuen Jahrgang 2010. Der Durchschnitts-Preis für das tonneu (900 l) stieg um sechs Prozent auf 907 Euro. Im vergangenen Jahr war er bis auf 650 Euro (76 Cent pro Liter) eingebrochen und viele Winzer befürchteten, dass dies in diesem Jahr wieder passieren würde. Inzwischen wird in der Spitze bereits bis zu 1.050 Euro für das tonneau geboten. Das sind 1.16 Euro pro Liter Der Präsident des Verbandes der Makler (Courtiers) Xavier Coumau führt dies vor allem auf die Nachfrage aus den asiatischen Märkten für die Jahrgänge 2008 und 2009 zurück. Dies habe zu erinem Abbau der Bestände geführt. In Erwartung eines weiteren sehr guten Jahrgangs können bzw. müssen die Negociants ihre Stocks auffüllen. Angesichts der niedrigen Erntemenge führt dies zwangsläufig zu höheren Preisen. Von einer nachhaltigen Trendwende mag in Bordeaux noch niemand sprechen aber immerhin von einem „ermutigenden Aufschwung“.
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